07 June 2026, 08:34

50.000 feiern Pride in Lissabon – doch die Angst vor Rückschritten wächst

"Kein Schweigen, keine Angst": Etwa 50.000 Menschen marschieren in Lissabon für LGBTI-Rechte

50.000 feiern Pride in Lissabon – doch die Angst vor Rückschritten wächst

Zehntausende versammelten sich in Lissabon zur 27. LGBTI+-Pride-Demo

Am Samstag zogen in Lissabon Zehntausende durch die Straßen – die 27. LGBTI+-Pride-Demo stand unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“. Rund 50.000 Menschen nahmen teil. Die Veranstalter warnten, dass jüngste politische Verschiebungen hart erkämpfte Rechte bedrohen, darunter ein 2018 verabschiedetes Gesetz zum Schutz der geschlechtlichen Selbstbestimmung.

Die Demonstration startete um 17 Uhr auf dem Marquês-de-Pombal-Platz. Siebenzehn LGBTI+-, feministische und antirassistische Gruppen führten den Zug gemeinsam durch die Stadt an. Vertreter des Pride-Organisationskomitees wiesen auf die wachsenden Gefahren für queere Menschen und ihre Familien unter der aktuellen Regierung hin.

Helder Bértolo, einer der Organisatoren, prognostizierte für das nächste Jahr noch größere Teilnehmerzahlen. Als Grund nannte er die zunehmenden Angriffe auf LGBTI+-Rechte, die mehr Menschen mobilisierten. Joana Mortágua von der Linksblock-Partei äußerte sich enttäuscht, dass der Marsch diesmal in einer Phase stattfinde, in der errungene Schutzmechanismen zurückgenommen würden.

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Der Abgeordnete Paulo Muacho von der Livre-Partei rief zu weiterhin sichtbarer Präsenz auf. Er verwies auf eine radikalisierte Rechte, die gezielt LGBTI+-Gemeinschaften angreife. Besonders besorgniserregend sei die mögliche Abschaffung des Gesetzes 38/2018, das die Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität garantiert – ein zentrales Anliegen vieler Demonstranten.

Die Pride 2025 war eine kämpferische Antwort auf den politischen Druck. Mit 50.000 Teilnehmenden bekräftigten Organisatoren und Aktivist:innen ihren Widerstand gegen Diskriminierung. Die Botschaft der Veranstaltung war eindeutig: Erkämpfte Rechte dürfen nicht als selbstverständlich gelten.

Quelle