Abschied von der Hafenbar: Stuttgarts Kult-Club schließt nach 57 Jahren für immer
Jacqueline RöhrdanzAbschied von der Hafenbar: Stuttgarts Kult-Club schließt nach 57 Jahren für immer
Stuttgarts Nachtleben verliert eine seiner ältesten Institutionen
Die Hafenbar, der älteste durchgehend geöffnete Club der Stadt, hat nach 57 Jahren seine Türen für immer geschlossen. Bekannt für ihren retro-charmanten Stil und ihre legendären Partynächte, war der Club am Alexanderplatz über Generationen hinweg ein fester Treffpunkt für Feierwütige.
Die Hafenbar eröffnete 1967 zunächst als traditionelle Bar mit Livemusik. In den 1970er- und 1980er-Jahren entwickelte sie sich zu einem Hotspot für Rock und Blues, in dem Bands wie Can und lokale Acts auftraten. In den 1990ern und 2000ern wandelte sich das Programm hin zu Punk und Hardcore – und zog ein rebellisches Publikum an.
Ab den 2020er-Jahren setzte der Club auf elektronische Musik, Techno und experimentelle Klänge. Veranstaltungen wie die Hafenklang-Partys und DJ-Sets füllten die Tanzfläche bis zum letzten Platz. Auch die berüchtigten Schlager-Nächte blieben ein Dauerbrenner und lockten Partygäste jeden Alters an.
Trotz des ständigen musikalischen Wandels verlor die Hafenbar nie ihren rauen, unprätentiösen Charme. Das gedämpfte Licht, die abgenutzten Möbel und die ungebändigte Energie machten sie zu einer Besonderheit in Stuttgarts sich ständig verändernder Clubszene.
Mit der Schließung endet eine Ära für das Stuttgarter Nachtleben. Die Hafenbar war mit ihrer Mischung aus Geschichte, Livemusik und durchtanzten Nächten ein Unikat. Ihr Fehlen hinterlässt eine Lücke in der Kulturlandschaft der Stadt – besonders für all jene, die unter ihrem klebrigen Boden und Neonlicht groß geworden sind.
