20 February 2026, 13:45

AfD-Skandal: 80-Jährige im Büro eines Abgeordneten – Vetternwirtschaft oder Sozialengagement?

Ein vergilbtes, altes Papier mit sauberer, lesbarer Schreibschrift, das angeblich ein Brief des deutschen Finanzministers an seine Frau ist.

AfD: Klaus Esser sollte nicht mehr nicht arbeitende Senior beschäftigen - AfD-Skandal: 80-Jährige im Büro eines Abgeordneten – Vetternwirtschaft oder Sozialengagement?

Eine 80-jährige Frau, Rosemarie Z., soll laut Berichten im Büro des AfD-Landtagsabgeordneten Klaus Esser beschäftigt sein. Aufgrund ihres Alters gibt es jedoch Zweifel, ob sie dort tatsächlich aktiv arbeitet. Der Fall ist Teil eines größeren Musters, bei dem AfD-Politiker wiederholt Angehörige für offizielle Positionen einstellen.

Gegen Esser laufen zudem separate Gerichtsverfahren wegen des Verdachts gefälschter akademischer Abschlüsse. Aktuell ist er von Parteämtern ausgeschlossen.

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Rosemarie Z. ist mit Werner Z. verheiratet, einer Schlüsselfigur in Essers internem Netzwerk. Kritiker vermuten, dass ihre Anstellung dazu dient, die Position ihres Mannes abzusichern. Auf Anfrage der "Zeit" lehnte das Paar eine Stellungnahme ab.

Esser wies Vorwürfe der Vetternwirtschaft zurück und betonte, er fördere die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer. Zudem behauptete er, Werner Z. verlasse Parteiveranstaltungen oft früh, um sich zu Hause um seine Frau zu kümmern.

Der Fall steht nicht allein da. Medienberichte nennen mehrere Beispiele, in denen AfD-Abgeordnete in verschiedenen Bundesländern Familienmitglieder beschäftigen. In Sachsen-Anhalt wurde etwa der Vater von Ulrich Siegmund eingestellt, in Baden-Württemberg hat die Ehefrau von Frohnmaier eine Position inne, und in Sachsen beschäftigte Chrupalla die Frau eines Landtagsabgeordneten. Die genaue Zahl solcher Fälle ist unklar, doch Beobachter sprechen von einem wachsenden Trend.

AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel forderte als Reaktion strengere Regelungen. Sie warnte, die Besetzung politischer Spitzenpositionen mit Angehörigen berge Missbrauchsrisiken. Ihr Vorschlag zielt darauf ab, die Vorschriften für die Anstellung von Familienmitgliedern in Ministerien und Behörden zu verschärfen.

Die Kontroverse rückt die Personalpolitik der AfD weiter in den Fokus. Essers anhaltende juristische Probleme und Weidels Reformvorstoß erhöhen den Druck. Die Debatte dreht sich nun darum, ob neue Gesetze eingeführt werden, um mögliche Interessenkonflikte bei politischen Personalentscheidungen zu verhindern.