04 March 2026, 20:05

André Fuhrs Fall zeigt die dunklen Seiten des Spitzensports – und ihre Folgen

Ein Mann in der Luft, der einen Handball hält, mit einer Gruppe von Menschen und einem Banner mit Text im Hintergrund.

André Fuhrs Fall zeigt die dunklen Seiten des Spitzensports – und ihre Folgen

Vor fast vier Jahren wurden schwere Vorwürfe gegen Handballtrainer André Fuhr öffentlich. Die ehemaligen Nationalspielerinnen Mia Zschocke und Amelie Berger warfen ihm psychologische Quälereien, Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung vor. Der Skandal, der 2022 vom Spiegel aufgedeckt wurde, führte schließlich zu seinem Rücktritt bei Borussia Dortmund und der Junioren-Nationalmannschaft.

Die Anschuldigungen kamen erstmals Ende 2019 ans Licht, als Zschocke und Berger über Fuhrs Verhalten sprachen. Sie schilderten ein Muster unerbittlichen psychischen Drucks und unangemessenes Verhalten während ihrer Zeit unter seiner Betreuung. Der Deutsche Handballbund (DHB) leitete zwar Ermittlungen ein, schloss den Fall jedoch 2022 – fast drei Jahre nach den ersten Vorwürfen – durch eine außergerichtliche Einigung ab.

Nach dem Spiegel-Bericht im Herbst 2022 meldeten sich weitere Spielerinnen mit ähnlichen Erfahrungen. Sie berichteten von den langfristigen psychischen Folgen seiner Methoden und unterstrichen damit die Schwere der Vorwürfe. Fuhr hingegen bestreitet seit jeher jede strafrechtliche Schuld und argumentiert, dass es sich bei den Anschuldigungen nicht um illegale Handlungen gehandelt habe.

Seit dem Skandal kämpft Fuhr vergeblich um einen beruflichen Neuanfang. Unmittelbar nach der erneuten Aufdeckung der Vorwürfe verlor er seine Trainerposten in Dortmund und bei der Junioren-Nationalmannschaft. Trotz seiner Proteste gelang es ihm nicht, eine neue Anstellung im Profi-Handball zu finden. Mittlerweile behauptet er, die Kontroverse habe ihm jede Zukunft im Sport – und in jedem anderen Berufsfeld – genommen.

Fuhr äußert sich frustriert über das, was er als ungerechte Behandlung empfindet. Er fragt sich, warum er weiterhin berufliche Konsequenzen tragen müsse, obwohl die Vorwürfe nie zu einer strafrechtlichen Verurteilung führten. In Interviews vergleicht er seine Situation mit der eines Gewaltverbrechers und besteht darauf, übermäßig bestraft worden zu sein.

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Die außergerichtliche Einigung zwischen Fuhr und dem DHB beendete den Fall ohne weitere juristische Schritte. Doch die Folgen des Skandals wirken nach: Fuhr bleibt ohne Trainertätigkeit und ohne klare Perspektive. Die Spielerinnen, die sich zu Wort meldeten, betonen unterdessen die langfristigen Auswirkungen seiner Methoden auf ihre Karrieren und ihre psychische Gesundheit.