Angriffe auf Justizvollzugsbeamte in NRW: Weniger Verletzte, doch viele Täter ungestraft
Milan SüßebierFast 900 Fehlzeiten nach gewalttätigen Vorfällen in NRW-Gefängnissen - Angriffe auf Justizvollzugsbeamte in NRW: Weniger Verletzte, doch viele Täter ungestraft
Angriffe auf Justizvollzugsbeamte in Nordrhein-Westfalen führen zu weniger Verletzungen – doch viele Fälle bleiben ungeklärt
In diesem Jahr haben Angriffe auf Gefängnisbedienstete in Nordrhein-Westfalen zwar zu weniger Verletzungen geführt, doch zahlreiche Vorfälle sind weiterhin unaufgeklärt. 2025 wurden bei 112 separaten Übergriffen 114 Beamte verletzt – ein Rückgang um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Zwischenfälle endeten mit leichten Verletzungen, zwei Beamte mussten jedoch stationär im Krankenhaus behandelt werden.
Die Zahlen des vergangenen Jahres zeigen eine leichte Verbesserung der Sicherheit: Bei 20 Prozent der Angriffe konnte Schlimmeres verhindert oder der Vorfall im Vorfeld gestoppt werden. Dennoch blieb die Anzahl der Strafverfolgungen gering. Während 2022 noch 71 Prozent der Fälle eingestellt wurden, traf dies 2023 und 2024 auf über 40 Prozent zu.
Aktuell sind 75 Prozent der Angriffe aus dem Jahr 2025 noch immer Gegenstand laufender Ermittlungen. Nur in 13 Prozent der Fälle wurde Anklage erhoben, in lediglich 2 Prozent kam es zu einer Verurteilung. Die Folgen der Vorfälle führten bei den betroffenen Beamten zu insgesamt 870 Krankheitstagen.
Die meisten Verletzungen bestanden aus Prellungen und Schürfwunden, doch die körperlichen und operativen Auswirkungen bleiben beträchtlich. Aus den Daten geht nicht hervor, wie viele der Angriffe aus dem Jahr 2023 in Verurteilungen mündeten, sodass einige Entwicklungen unklar bleiben.
Der Rückgang der Verletzungen deutet auf Fortschritte beim Schutz der Justizvollzugsbeamten hin. Doch die hohe Quote eingestellter Verfahren und die vielen noch offenen Ermittlungen zeigen, dass die Herausforderungen bestehen bleiben. Mit Hunderten von Krankheitstagen belastet das Problem weiterhin sowohl das Personal als auch den Gefängnisbetrieb.
