30 March 2026, 16:41

Anna Netrebko triumphiert an der Berliner Staatsoper – trotz Proteste vor der Tür

Offenes Buch mit dem Titel "Die Lieblingslieder in der Oper" mit Noten und Text.

Anna Netrebko triumphiert an der Berliner Staatsoper – trotz Proteste vor der Tür

Die Sopranistin Anna Netrebko kehrte diese Woche an die Berliner Staatsoper zurück – in einer Neuinszenierung von Un ballo in maschera. Es war ihr erster Auftritt in Verdis Oper an diesem Haus. Während draußen eine kleine Gruppe von Demonstranten zusammenkam, reagierte das Publikum im Inneren mit lautem Applaus.

Die unter der Leitung von Enrique Mazzola stehende Produktion ist Teil des Festspielprogramms des Theaters. Netrebko übernahm die Rolle der Amelia, eine Partie, die sie bereits zuvor mit großer Anerkennung gesungen hat.

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Der Abend begann mit etwa 50 Protestierenden vor der Staatsoper. Sie hielten Schilder hoch und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Solche Kundgebungen begleiten Netrebkos Auftritte in Berlin seit ihrer Rückkehr im März 2026 – damals gab es ähnliche Szenen während Nabucco.

Drinnen herrschte eine völlig andere Stimmung. Das Publikum begrüßte Netrebko mit begeistertem Beifall, die Vorstellung war ausverkauft. Auch Mazzolas Dirigat wurde gelobt und steigerte die Energie des Abends weiter.

Netrebkos öffentliches Image in Deutschland hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Kritiker bringen sie mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Verbindung und verweisen auf ihre Geburtstagsfeier 2021 im Moskauer Kreml. Ihre Vertreter betonen seitdem, sie lehne den Krieg in der Ukraine ab. Die Doppelstaatsbürgerin – sie besitzt die russische und die österreichische Staatsangehörigkeit – erntet sowohl scharfe Kritik als auch starke Unterstützung von Opernfreunden.

Dieser Auftritt erfolgte Jahre nach ihrem letzten Gastspiel an der Berliner Staatsoper. Seither sind die Debatten über Künstler mit vermeintlichen politischen Verbindungen lauter geworden. Dennoch zieht ihre gesangliche Klasse weiterhin große Zuschauerzahlen an und sorgt für ausverkaufte Häuser – trotz aller Kontroversen.

Un ballo in maschera bleibt weiter auf dem Spielplan der Staatsoper. Netrebkos nächste Auftritte dürften ähnliche Reaktionen hervorrufen: Proteste draußen, Applaus drinnen. Die Kluft zwischen künstlerischer Bewunderung und politischer Kritik zeigt keine Anzeichen einer Überwindung.

Quelle