22 January 2026, 01:42

Anti-Sexismus-Protest bei Rot-Weiß Essen scheitert an Fan-Widerstand

Ein Vintage-Plakat, das ein Fußballspiel mit dem Titel 'Fußball in der U-Bahn - Londoner Humor Nr. 3' ankündigt, zeigt Zuschauer in einem Stadion.

Anti-Sexismus-Protest bei Rot-Weiß Essen scheitert an Fan-Widerstand

Anti-Sexismus-Kampagne bei Rot-Weiß Essen stößt auf Widerstand der Fans

Eine aktuelle Anti-Sexismus-Initiative im Stadion von Rot-Weiß Essen ist auf starken Widerstand von Fangruppen gestoßen. Die vom Bündnis „RWE für Toleranz“ organisierte Aktion forderte Frauen auf, während eines Spiels fast 20 Minuten lang die vorderen Reihen der Westtribüne zu besetzen. Doch viele Anhänger lehnten den Aufruf ab und blieben auf ihren gewohnten Plätzen.

Anlass für die Kampagne waren Berichte über sexistische Flugblätter, die bei einem früheren Spiel verteilt worden waren – eine Debatte über Diskriminierung in der Fußballkultur war damit entfacht.

Der Streit eskalierte, als bei der Partie gegen Schweinfurt Zettel mit der Parole „Keine Frauen in der ersten Reihe“ verteilt wurden. Als Reaktion organisierte das „RWE für Toleranz“-Bündnis für das Spiel gegen Energie Cottbus einen Protest: Frauen sollten die vorderen Reihen für die ersten 19 Minuten und sieben Sekunden einnehmen – als Symbol für ihr Recht, dort zu stehen.

Vor dem Anpfiff veröffentlichte Rot-Weiß Essen eine Stellungnahme, in der der Verein alle Formen von Diskriminierung verurteilte und sich erneut zu Vielfalt und Respekt bekannte. Dennoch lehnten die Ultras und aktiven Fangruppen die Aktion ab und blieben auf ihren angestammten Plätzen. Das Spiel endete mit einer 2:3-Niederlage für Rot-Weiß Essen. Die geringe Unterstützung für den Anti-Sexismus-Protest unterstrich die anhaltenden Spannungen zwischen traditionellen Fanstrukturen und Bemühungen um mehr Inklusion im Fußball.

Der begrenzte Erfolg der Kampagne zeigte, wie sehr sich manche Anhänger gegen Veränderungen sträuben. Zwar positioniert sich der Verein öffentlich klar gegen Diskriminierung, doch der Vorfall wirft die Frage auf, wie sich tief verwurzelte Einstellungen ändern lassen. Künftige Spiele werden zeigen, ob ähnliche Initiativen auf mehr Akzeptanz stoßen.

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