14 March 2026, 07:03

Apothekensterben in NRW: Warum immer mehr Patienten ohne Notfallversorgung dastehen

Eine Apotheke namens "Die Generics-Apotheke" umgeben von Gebäuden, Strommasten, Werbetafeln, Topfpflanzen, Fahrzeugen auf der Straße unter einem klaren blauen Himmel.

Apothekensterben in NRW: Warum immer mehr Patienten ohne Notfallversorgung dastehen

Der Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich diese Woche mit dem CDU-Landesabgeordneten Fabian Schrumpf, um über die wachsenden Belastungen für örtliche Apotheken zu sprechen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die zunehmenden Schließungen, finanzielle Schwierigkeiten sowie Sorgen um die Notfallversorgung in ländlichen und städtischen Gebieten.

Lohmann wies auf den drastischen Rückgang der Apothekenzahl hin: Allein in Nordrhein-Westfalen gab es 2025 97 Schließungen – bei nur zwölf Neueröffnungen. Bundesweit mussten bis 2024 über 1.600 Apotheken unter der vorherigen Regierung schließen, was einem Rückgang von 25 Prozent seit 2010 entspricht. Er warnte, dass Patienten in einigen Essener Stadtteilen nun weitere Wege für Nacht- und Notdienste in Kauf nehmen müssten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion waren die wirtschaftlichen Herausforderungen, darunter die feste Abgabegebühr von 8,35 Euro. Lohmann argumentierte, dass Versandapotheken trotz dieser Regelung günstiger anbieten könnten und lokale Apotheken damit benachteiligten. Er betonte, dass eine faire Vergütung für Kernleistungen und planbare Finanzmittel für das Überleben entscheidend seien – besonders, da der Verkauf verschreibungspflichtiger Medikamente weiterhin die Grundlage für die Wirtschaftlichkeit bilde.

Schrumpf erkannte die Schwierigkeiten an und zeigte Verständnis für geplante Proteste. Zwar räumte er ein, als Landespolitiker nur begrenzten Einfluss zu haben, versicherte Lohmann aber, die Anliegen an Bundeskollegen weiterzutragen. Beide waren sich einig, dass bessere Vergütungsmodelle nötig seien, um Apotheken offen und zugänglich zu halten.

Das Treffen endete mit Schrumpfs Zusage, die Themen auf höherer politischer Ebene vorzubringen. Lohmanns Sorgen über Schließungen, Finanzierung und den Zugang zur Notfallversorgung bleiben drängend, während die Branche weiter schrumpft. Konkrete Lösungen wurden zwar nicht präsentiert, doch der Dialog deutet auf anhaltende Bemühungen hin, die Krise zu bewältigen.

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