22 January 2026, 05:41

Bayer-Lobbyist warnt: Europas Landwirtschaft droht ohne US-Partnerschaft der Kollaps

Eine Karte, die die 73-jährige Erweiterung der Nordatlantischen Vertragsorganisation (NATO) von 1949 bis heute zeigt, unterteilt in Regionen, die verschiedene Jahre der Erweiterung darstellen.

Topmanager fürchten wirtschaftlichen Graben zum USA - Bayer-Lobbyist warnt: Europas Landwirtschaft droht ohne US-Partnerschaft der Kollaps

Europa riskiert schwere wirtschaftliche Folgen, falls sich die Beziehungen zu den USA weiter verschlechtern, warnt Matthias Berninger, der Chef-Lobbyist von Bayer. Er betonte, dass die beiden Regionen zusammenhalten müssen, um ihren globalen Einfluss zu wahren. Ohne engere Zusammenarbeit drohe dem europäischen Agrarsektor zudem langfristiger Schaden durch veraltete Vorschriften.

Berninger verwies auf die wachsende öffentliche Akzeptanz gentechnisch veränderter Lebensmittel, da steigende Nahrungsmittelpreise die Debatte von Technologieängsten weg hin zu praktischen Lösungen lenkten. Gleichzeitig warnte er, dass zögerliche Zulassungsverfahren europäische Weizenbauern im Kampf gegen den Klimawandel benachteiligen könnten.

Der Agrarchemie-Konzern Bayer, der in Europa und Nordamerika tief verwurzelt ist, erweiterte durch die Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto im Jahr 2018 seine Marktposition – wenn auch um den Preis milliardenschwerer Rechtsstreitigkeiten wegen des Unkrautvernichters Glyphosat. Aktuelle Gerichtsurteile haben jedoch kürzlich den Aktienkurs des Unternehmens gestützt.

Als Schlüsselbereich, in dem Europa führend sein könne, nannte Berninger den Fortschritt in der Agrarbiotechnologie. Projekte wie das Healthy-Crops-Konsortium – eine Kooperation der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit kenianischen Agrarforschern – zeigten vielversprechende Ansätze für gentechnisch optimierte Nutzpflanzen. Doch ohne schnellere EU-Zulassungen, so seine Warnung, könnten Gersten- und Weizenanbau in Europa ins Stocken geraten – mit Folgen für die lokale wie afrikanische Nahrungsmittelversorgung. Die eigentliche Gefahr sei nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch strategischer Natur: Eine gespaltene transatlantische Partnerschaft schwäche beide Regionen im globalen Wettbewerb.

Um Konflikte mit früheren US-Regierungen zu vermeiden, riet Berninger Europa, seine Schwächen offen anzugehen und gleichzeitig seine Stärken in Innovation auszubauen. Zwar hätten sich die öffentlichen Einstellungen zu gentechnisch veränderten Lebensmitteln gewandelt – die Sorge um die Kosten überwiege mittlerweile die Skepsis gegenüber der Technologie –, doch könnten regulatorische Verzögerungen die europäische Landwirtschaft dennoch lähmen. Ohne neue Agrartechnologien, so Berninger, würden die Weizenerträge sinken, während der Klimadruck zunehme.

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Europas Zukunft in Landwirtschaft und Handel hänge von zwei entscheidenden Schritten ab: der Beschleunigung von Zulassungen für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen und der Stärkung der transatlantischen Beziehungen. Scheitere man auf einem dieser Gebiete, drohten geringere Weizenproduktion, höhere Lebensmittelpreise und ein Verlust an globalem Einfluss.

Beringers Warnungen kommen zu einer Zeit, in der Bayer mit juristischen Herausforderungen und Marktveränderungen ringt. Der Vorstoß des Unternehmens für eine Reform der Regulierung spiegelt dabei größere Sorgen wider – etwa um Europas Wettbewerbsfähigkeit angesichts von Klimawandel und wirtschaftlichem Wandel.