17 April 2026, 04:31

Bayer muss 185 Millionen Dollar wegen PCB-Belastung an US-Schule zahlen

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Bayer muss 185 Millionen Dollar wegen PCB-Belastung an US-Schule zahlen

Ein Gericht im US-Bundesstaat Washington hat den Bayer-Konzern zur Zahlung von 185 Millionen US-Dollar Schadensersatz verurteilt, nachdem es das Unternehmen für die PCB-Belastung an einer Schule in Monroe verantwortlich erklärte. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht das toxische Erbe von Chemikalien, die einst vom Konzern Monsanto hergestellt wurden – jenem Unternehmen, das Bayer 2018 übernahm. Das Urteil fällt in eine Phase zunehmenden juristischen Drucks auf Bayer wegen des längst verbotenen Stoffs.

Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates Washington bestätigte die Schadensersatzforderung und machte Bayer für gesundheitliche Schäden haftbar, die auf PCB-Verunreinigungen am Sky Valley Education Center zurückzuführen sind. Die Chemikalie, die in den USA seit 1977 verboten ist, wurde früher weit verbreitet in Baumaterialien eingesetzt. Obwohl Monsanto die Produktion bereits im selben Jahr einstellte, sah das Gericht Bayer in der Verantwortung für die Handlungen seines Vorgängerunternehmens.

Acht weitere Berufungsverfahren derselben Schule harren noch einer Entscheidung, wobei über 200 Betroffene geltend machen, dass PCB-bedingte Erkrankungen bei ihnen auftraten. Bayer hat die meisten vergleichbaren Fälle unter Verschluss geregelt, doch das Erickson-Urteil und die anhängigen Berufungen bleiben bestehen. Das Unternehmen kündigte an, das Urteil anzufechten, mit dem Argument, es verletze verfassungsrechtliche Schutzbestimmungen.

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Unterdessen sieht sich Bayer mit Klagen gegen ehemalige Monsanto-Kunden in Missouri konfrontiert, die einst PCB bezogen. Der Konzern verlangt von ihnen, sich an den Prozesskosten der laufenden Rechtsstreitigkeiten zu beteiligen. Die finanzielle Belastung spiegelt sich auch in der Aktienperformance wider und führt zu Forderungen von Aktionären nach strategischen Kurskorrekturen.

Die 185-Millionen-Dollar-Entscheidung stellt für Bayer einen schweren Rückschlag im Umgang mit den Folgen der Monsanto-PCB-Produktion dar. Mit weiteren anstehenden Berufungen und ausufernden Rechtskämpfen werden die nächsten Schritte des Konzerns seine finanzielle und reputative Zukunft prägen. Der Fall unterstreicht zudem die langfristigen Konsequenzen des industriellen Chemikalieneinsatzes – Jahrzehnte, nachdem der Stoff verboten wurde.

Quelle