Bayern führt bei Nitrat-Risikogebieten – Landwirte fürchten den Gülle-Silvester 2026
Milan SüßebierBayern führt bei Nitrat-Risikogebieten – Landwirte fürchten den Gülle-Silvester 2026
Vier deutsche Bundesländer haben nun strenge "Rote Zonen" nach der deutschen Düngeverordnung ausgewiesen. Die größten betroffenen Gebiete liegen in Baden-Württemberg und Bayern, wo tausende Flächen verschärften Auflagen unterliegen. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Nitratbelastung im Grundwasser zu reduzieren – doch Landwirte zeigen sich besorgt im Vorfeld des nächsten "Gülle-Silvesters" 2026.
Die neuen Einschränkungen sind Teil der Düngeverordnung, wobei Bayern, Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen offiziell Risikogebiete festgelegt haben. Baden-Württemberg führt mit 25.000 beprobten Flächen, gefolgt von Bayern mit 2.500. Auch Niedersachsen ist stark betroffen, da dort erhöhte Nitratwerte im Grundwasser gemessen wurden.
Bereits jetzt gelten ein viermonatiges Verbot für das Ausbringen von Düngemitteln sowie zusätzliche Beschränkungen in "Roten" und "Gelben Zonen". Zwar schützen diese Regelungen die Wasserqualität, doch für Landwirte bringen sie praktische Herausforderungen mit sich. Die größte Sorge von 38 Prozent der Befragten ist anhaltender Schnee und Frost im Februar 2026, der das Ausbringen von Gülle vollständig blockieren könnte.
Geruchsbelästigungen beim Ausbringen – verursacht durch Schwefelwasserstoff und organische Verbindungen – bleiben ein weniger dringliches, aber dennoch spürbares Problem. Zwar ist der Geruch unangenehm, Behörden bestätigen jedoch, dass er in üblichen Konzentrationen keine Gesundheitsgefahr darstellt. Dennoch fürchten 8 Prozent der Landwirte Beschwerden oder rechtliche Konsequenzen wegen Belästigung durch Gerüche während der hektischen Ausbringungsphase.
Neben Stickstoff und Phosphor liefert Gülle den Kulturen auch Kalium und Magnesium. Doch 8 Prozent der Landwirte sorgen sich, die Nährstoffe rechtzeitig ausbringen zu können, während 35 Prozent erwarten, dass die Düngeverordnung in Zukunft noch komplexer wird.
Die ausgeweiteten "Roten Zonen" verschärfen die Kontrollen beim Düngemitteleinsatz in zentralen Regionen. Landwirte müssen nun strengere Vorschriften einhalten und gleichzeitig Wetterrisiken sowie den richtigen Zeitpunkt für die Nährstoffversorgung managen. Angesichts der Befürchtungen von fast vier von zehn Betrieben, dass Frost zu Verzögerungen führen könnte, wird die Ausbringungssaison 2026 sowohl die Einhaltung der Regeln als auch die Anbauplanung auf die Probe stellen.
