Bergisch Gladbach gibt geplantes Autismus-Kompetenzzentrum im Kindergarten überraschend auf
Jacqueline RöhrdanzBergisch Gladbach gibt geplantes Autismus-Kompetenzzentrum im Kindergarten überraschend auf
Kurz, knapp & kommunal: Stille Abkehr vom geplanten Autismus-Kindergarten
Vorschulkinder, OGS-Zugang, Autismus-Kompetenzzentrum: Der Jugendhilfeausschuss hat am Mittwoch eine Reihe von Beschlüssen gefasst, über Elternbeiträge und Personalmangel in Kitas diskutiert. Wir fassen die wichtigsten Entscheidungen zusammen.
- Dezember 2025, 09:40 Uhr
Bergisch Gladbach gibt die Pläne für eine Kita mit Autismus-Kompetenzzentrum auf. Der Jugendhilfeausschuss (JHA) stimmte einstimmig für die Streichung des Vorhabens an der Odenthaler Straße – mit Verweis auf Verzögerungen und veränderte Bedarfe. Gleichzeitig bewilligte das Gremium neue Mittel für bestehende Betreuungs- und Förderangebote.
Ursprünglich hatte der Rat 2021 eine 66-Plätze-Kita beschlossen, davon 15 Plätze für Kinder mit (Verdacht auf) Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Die Einrichtung sollte zudem Fachkräfte schulen und Beratung für Teams anbieten, die mit autistischen Kindern arbeiten. Doch die Verwaltung sieht den Bedarf nun nicht mehr als gegeben an.
Hintergrund ist, dass Familien oft 1,5 Jahre auf diagnostische Abklärungen warten müssen – manche Kitas nehmen Kinder mit möglichen Behinderungen daraufhin gar nicht erst auf. Dadurch sinkt die Zahl der Kinder mit Förderbedarf in den städtischen Einrichtungen.
Weitere Beschlüsse: - 160.000 Euro für Boden- und Fliesenrenovierung in der ZAK-Kita Bensberg - 72.000 Euro für Sanierungsarbeiten in den Sanitärräumen der Arche-Noah-Kita Refrath - 22.000 Euro jährliche Förderung für die Mädchenberatungsstelle des Vereins Frauen stärken Frauen
Seit Anfang September haben 64 Kinder an kostenlosen Schwimmkursen im Mohnweg-Bad teilgenommen – jeweils 15 Einheiten pro Kind. Die Gesamtkosten des Programms belaufen sich auf 13.000 Euro.
Neue Führung im JHA: Brigitta Opiela (CDU) übernimmt den Vorsitz, ihr Stellvertreter wird Jannes Komenda (SPD). Die endgültige Abschaffung des Autismus-Kompetenzzentrums muss der Stadtrat am 16. Dezember absegnen.
Zuvor hatte der Kinderrat mit 15 Bergisch Gladbacher Grundschulen im Bensberger Ratssaal getagt – geleitet von Bürgermeister Marcel Kreutz.
Mit dem Aus für das Kompetenzzentrum vollzieht die Stadt eine Kehrtwende in der Kita-Strategie: Statt Neubau fließen die Mittel nun in Sanierungen, Schwimmangebote und bestehende Beratungsstellen. Die finale Entscheidung über das Projektende fällt im Stadtrat am 16. Dezember.
