Berliner Staatsoper setzt 2026/27 auf Klassiker vor 1900 und frische Inszenierungen
Milan SüßebierWas die Staatsoper für die nächste Saison geplant hat - Berliner Staatsoper setzt 2026/27 auf Klassiker vor 1900 und frische Inszenierungen
Die Berliner Staatsoper Unter den Linden hat ein ehrgeiziges Programm für die Spielzeit 2026/27 vorgestellt. Sechs Neuinszenierungen werden auf die Bühne gebracht, die ausschließlich Werke von Komponisten vor 1900 umfassen. Das Repertoire vereint selten aufgeführte Stücke mit bekannten Klassikern, wobei Generalmusikdirektor Christian Thielemann zentrale Aufführungen leiten wird.
Die Ankündigung folgt auf jüngste Debatten über die kulturelle Bedeutung der Oper, die durch öffentliche Äußerungen des Schauspielers Timothée Chalamet zum Genre ausgelöst wurden. Seine Kommentare führten sogar zu einer Einladung Thielemanns, während der Saison eine Vorstellung von Tristan zu besuchen.
Die Spielzeit beginnt Ende September mit Gaspare Spontinis La Vestale (1807), der ersten von sechs Premieren, die sämtlich aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen. Darunter befinden sich Mozarts Die Entführung aus dem Serail und Le nozze di Figaro, Verdis Rigoletto sowie Glucks Orfeo ed Euridice. Den Abschluss der Neuproduktionen bildet Saint-Saëns' Samson et Dalila.
Im Mai 2027 zeigt das Opernhaus Engelbert Humperdincks selten gespieltes Werk Königskinder (1910), das Thielemann – der auch den Taktstock führen wird – in seiner Wirkung mit dem berühmteren Hänsel und Gretel des Komponisten vergleichen möchte. Zudem stehen Giacomo Puccinis Manon Lescaut (1893) und eine Sonderaufführung von Beethovens Neunter Sinfonie 2027 auf dem Programm, die an den 200. Todestag des Komponisten erinnert.
Intendantin Elisabeth Sobotka betonte die Fähigkeit der Oper, das Publikum tief zu berühren. Thielemanns Einladung an Chalamet unterstreicht zugleich das Bestreben des Hauses, ein breiteres Interesse an der Kunstform zu wecken. Für den Generalmusikdirektor ist es die dritte Spielzeit an der Staatsoper.
Die Saison 2026/27 verbindet historische Werke mit frischen Interpretationen und spricht damit sowohl eingefleischte Opernliebhaber als auch neue Zuhörer an. Die Aufnahme von Beethovens Neunter und Humperdincks Königskinder bereichert die Vielfalt des Programms. Mit Thielemann an der Spitze festigt die Staatsoper ihren Platz als prägende Institution der Berliner Kulturszene.