Betrüger überlisten Senioren in NRW mit falschen Dienstleistungen vor Gericht
Rolf-Peter ScheelBetrüger überlisten Senioren in NRW mit falschen Dienstleistungen vor Gericht
Drei Männer im Alter zwischen 34 und 62 Jahren müssen sich derzeit vor dem Landgericht Köln wegen Betrugs und Diebstahls verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens gezielt ältere Bürger mit gefälschten Haushaltsdienstleistungen überrumpelt und anschließend Geld sowie Wertgegenstände gestohlen zu haben.
Der Prozess folgt einer Serie von 17 gemeldeten Vorfällen, bei denen die Opfer insgesamt Zehntausende Euro verloren.
Laut Anklage sprachen die Männer in den vergangenen zwei Jahren ältere Hausbesitzer in Köln, Bergisch Gladbach, Bergneustadt und Gummersbach an. An der Haustür gaben sie vor, Reinigungs-, Abdichtungs- oder Renovierungsarbeiten – entweder im Haus oder im Garten – anzubieten. Sobald sie Zugang erhielten, verlangten sie sofortige Barzahlungen für mangelhafte oder gar nicht erbrachte Leistungen. In einigen Fällen durchsuchten sie zudem die Wohnungen nach weiterem Bargeld und Wertsachen. Ihr Vorgehen basierte darauf, die Senioren unter Druck zu setzen, damit diese Geld aushändigten, bevor die Täter verschwanden.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern Betrug und Diebstahl vor und fordert eine Schadenswiedergutmachung in Höhe von 43.000 Euro. Der Prozess ist auf sieben Verhandlungstage angesetzt; ein Urteil könnte bis Ende März fallen.
Behörden verzeichnen ähnliche Betrugsversuche auch in anderen Städten NRWs, ohne jedoch konkrete Orte zu nennen. Um Wohnungs- und Sozialleistungsbetrug in der Region einzudämmen, wurden groß angelegte Kontrollen eingeführt.
Im Rahmen des Verfahrens wird das Gericht Beweismaterial aus 17 Einzelfällen prüfen. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten empfindliche Strafen, darunter die Rückerstattung der gestohlenen Gelder. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, schutzbedürftige Bürger vor Haustürbetrug zu bewahren.
