Betrunkener Mann droht Polizisten in Bochum mit Gewalt – 2,8 Promille im Blut
Jacqueline RöhrdanzBetrunkener Mann droht Polizisten in Bochum mit Gewalt – 2,8 Promille im Blut
Unfall-Kontrolle am Bochumer Hauptbahnhof eskaliert aggressiv
Bei einer routinemäßigen Polizeikontrolle am Bochumer Hauptbahnhof kam es am 25. November zu einer aggressiven Auseinandersetzung. Ein 37-jähriger Pole, stark alkoholisiert, zeigte sich uneinsichtig, spuckte Beamte an und drohte ihnen mit Gewalt. Später wurde bei ihm ein Blutalkoholwert von 2,8 Promille festgestellt – mehr als das Fünffache der in Deutschland gültigen Grenze für Fahrtüchtigkeit.
Der Vorfall begann, als Bundespolizisten den Mann im Rahmen einer Standardstreife ansprachen. Statt zu kooperieren, wurde er feindselig, spuckte in seine Handfläche und schleuderte die Spucke in Richtung der Beamten. Anschließend fuhr er sich mit dem Finger über die Kehle – eine Geste, die an eine Kehlenschneidung erinnerte – und richtete sie direkt gegen die Polizisten.
Trotz seiner extremen Alkoholisierung zeigte der Mann keine offensichtlichen Anzeichen von Beeinträchtigung wie lallende Sprache oder taumelnden Gang. Die Polizei maß einen Blutalkoholspiegel von 2,8 Promille – ein Wert, der normalerweise zu schwerer Desorientierung oder Bewusstlosigkeit führt. Statt ihn in Gewahrsam zu nehmen, erteilten die Behörden ein Hausverbot für den Bahnhof und ließen ihn laufen. Die Bundespolizei Nordrhein-Westfalen hat inzwischen Ermittlungen eingeleitet. Dem Mann werden Beleidigung und Bedrohung vorgeworfen, mögliche Strafen wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben.
In einem separaten, aber thematisch verwandten Fall deckten Recherchen des SWR und die Augsburger Staatsanwaltschaft auf, dass Werner S., ein Mitglied der rechtsextremen Gruppe S, wegen Anstiftung zum Totschlag und Beleidigung ermittelt wird. Während seiner Haft Ende 2020 soll er versucht haben, über einen Mithäftling einen Auftragskiller für die Tötung eines Polizeiinformanten anzuheuern. Die beiden Fälle sind unabhängig voneinander, doch beide betreffen gewalttätige Drohungen gegen Sicherheitskräfte.
Die Freilassung des 37-Jährigen mit einem Bahnhofshausverbot beendet zwar die unmittelbare Konfrontation, doch die Ermittlungen zu seinem Verhalten laufen weiter. Gleichzeitig wirft der Fall Werner S. ein Schlaglicht auf die anhaltenden Bedrohungen, denen Polizisten durch gewaltbereite Extremisten ausgesetzt sind.
