Boxkampf entscheidet jahrzehntealten Streit um die älteste Bratwurst Deutschlands
Rolf-Peter ScheelBoxkampf entscheidet jahrzehntealten Streit um die älteste Bratwurst Deutschlands
Ein jahrzehntelanger Streit um den ältesten Bratwurststand Deutschlands hat eine ungewöhnliche Wendung genommen. Der Konflikt zwischen Thüringen und Franken wurde nicht mit Akten, sondern mit einem Boxkampf entschieden. Der Showdown folgte auf jahrelange Debatten – und sogar eine vorübergehende Schließung auf dem Oktoberfest wegen Überfüllung.
Die Auseinandersetzung reicht Jahrzehnte zurück: Thüringens Arnstadt beruft sich auf eine Klosterurkunde von 1404 als ersten schriftlichen Beleg für die Bratwurst. Bayern hingegen verweist auf Nürnberger Erwähnungen aus den Jahren 1313 und 1419. In den 2010er-Jahren heizte sich der Streit weiter an, als Erfurt ein Dokument aus dem Jahr 1269 entdeckte – einen Nachweis für eine gewerbliche Brathütte an der Krämerbrücke. Damit war Nürnbergs Anspruch widerlegt, und auch Regensburgs Tradition von 1378, die bis ins Jahr 1135 zurückreicht, geriet ins Wanken.
Aus regionalem Stolz wurde handfeste Rivalität, als ein Nürnberger Gastronom gegen die Erkenntnisse protestierte. Um den Konflikt beizulegen, stiegen Vertreter Thüringens und Frankens in den Ring. Der Kämpfer aus Thüringen ging als Sieger hervor – und sicherte der Region symbolisch den Titel der ältesten Wurstenküche.
Unterdessen musste das Oktoberfest wegen überfüllter Festplätze kurzzeitig geschlossen werden. Die Besucher zeigten sich gespalten in der Frage der Sicherheit, doch die Behörden betonten, es habe keine akute Gefahr bestanden.
Der Boxkampf hat den "Bratwurst-Krieg" vorerst zugunsten Thüringens entschieden. Der Streit um das Deutsche Wurstmuseum ist damit beigelegt – doch die historischen Aufzeichnungen und die regionalen Rivalitäten bleiben. Auch das Oktoberfest hat nach der vorübergehenden Schließung wieder geöffnet.






