Bundeskanzler fordert zweite *Zeitenwende* wegen US-Politik in Lateinamerika
Milan SüßebierBundeskanzler fordert zweite *Zeitenwende* wegen US-Politik in Lateinamerika
Bundeskanzler gibt schlaflose Nächte wegen eines möglichen russischen Angriffs auf Venezuela zu
Der deutsche Bundeskanzler hat eingeräumt, wegen der Vorstellung eines russischen Angriffs auf Venezuela schlaflose Nächte zu haben. Diese Sorge kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung nun ihre eigene zurückhaltende Reaktion auf jüngste US-Aktionen in Lateinamerika kritisiert. Der Kanzler fordert einen grundlegenden Kurswechsel in der Außenpolitik und spricht von der Notwendigkeit einer zweiten Zeitenwende – eines historischen Wendepunkts in den deutschen Außenbeziehungen.
Laut eigenen Angaben reagierte die Regierung zunächst mit Zurückhaltung auf die US-Interventionen in der Region. Man fürchtete eine Vertiefung der Spaltungen, hält diesen Ansatz nun aber für einen Fehler. Stattdessen hätte Deutschland dem Kanzler zufolge eigenständiger handeln sollen.
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören wirtschaftliche Sanktionen gegen die USA. Geprüft werden unter anderem ein Stopp der Einfuhren von US-Waffen und -Gas sowie ein Exportverbot für deutsche Waren in die Vereinigten Staaten. Zudem könnte die Auflösung proamerikanischer Lobbyorganisationen wie der Atlantik-Brücke in Betracht gezogen werden.
Die historische Einmischung der USA in Lateinamerika war umfangreich: In den vergangenen 70 Jahren reichte sie von CIA-gestützten Putschen in Guatemala (1954) und Chile (1973) bis hin zu großangelegten Operationen wie Condor in den 1970er- und 1980er-Jahren. Diese Aktionen dienten oft der Unterstützung von Diktaturen, der Unterdrückung linker Bewegungen und der Destabilisierung von Regierungen. Aktuelle Spannungen – etwa der US-Druck auf Venezuelas Präsident Nicolás Maduro in den Jahren 2025–2026 – haben die Debatten über Souveränität und ausländischen Einfluss neu entfacht.
Der Kanzler besteht nun darauf, dass Deutschland seine Beziehungen zu Washington grundlegend überdenken müsse. Es folge eine Phase intensiver Reflexion, die langfristige Konsequenzen für Handel, Verteidigung und Diplomatie haben könnte.
Das Eingeständnis des Kanzlers markiert eine radikale Wende in der deutschen Außenpolitik. Wirtschaftssanktionen, Handelsbeschränkungen und eine Überprüfung der Bindungen an die USA könnten die transatlantischen Beziehungen neu gestalten. Der Aufruf zu einer zweiten Zeitenwende signalisiert das Streben nach größerer Souveränität als Reaktion auf das amerikanische Vorgehen.
