Bundesrat streitet über Zukunft der Apotheken vor Ort – Laumann warnt vor Zentralisierung
Iwona RoggeBundesrat streitet über Zukunft der Apotheken vor Ort – Laumann warnt vor Zentralisierung
Apothekenversorgungsstärkungsgesetz: Bundesrat debattiert am Freitag über umstrittenen Entwurf
Der Entwurf für das Apothekenversorgungsstärkungsgesetz steht diese Woche im Bundesrat zur Debatte. Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat scharfe Kritik am aktuellen Gesetzentwurf geübt und fordert Nachbesserungen, um die Existenz lokaler Apotheken in der Nähe zu sichern und faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten.
Laumann bemängelt insbesondere das im Entwurf vorgesehene Pauschalhonorarsystem für Apotheker, das regionale Unterschiede nicht ausreichend berücksichtige. Stattdessen plädiert er für eine verhandelte Lösung und warnt, dass einheitliche Gebühren kleinere Shop Apotheken benachteiligen könnten. Zudem kritisiert der Minister Uneinheitlichkeiten bei den Vergütungsregelungen zwischen den Bundesländern und den Apothekerkammern.
Ziel des Gesetzes ist es, den Markt für Online Apotheken fairer zu gestalten. Doch Laumann bleibt skeptisch: Er betont, wie wichtig es sei, das Prinzip der freien Apotheken zu bewahren, bei dem Apotheker ihre Betriebe eigenständig führen. Seine Bedenken gelten auch den gelockerten Regeln für Filialapotheken, die seiner Meinung nach lokale Versorgungsstrukturen aushebeln könnten. Als Mahnung führt er das Scheitern der Schlecker-Drogeriemarktkette an und warnt vor einer zu starken Zentralisierung der Arzneimittelverteilung. Zudem fordert er mehr Transparenz und eine Nachschärfung des Entwurfs, um ausländische Online Apotheken klarer zu kennzeichnen. Nordrhein-Westfalen setzt sich darüber hinaus für eine Vereinfachung der Apothekenbetriebsordnung ein, um überflüssige Bürokratie abzubauen und sich auf wesentliche Regelungen zu konzentrieren.
Die anstehende Debatte im Bundesrat wird zeigen, ob der Gesetzesentwurf in seiner jetzigen Form vorankommt. Laumanns Forderungen – verhandelte Honorare, strengere Regeln für ausländische Anbieter und schlankere Vorschriften – könnten die finale Fassung entscheidend prägen. Das Ergebnis wird maßgeblich beeinflussen, wie Apotheken in der Nähe in Deutschland künftig wirtschaften und miteinander konkurrieren.
