Bundesregierung setzt Ökonomin Ulrike Malmendier überraschend vor die Tür
Iwona RoggeBundesregierung setzt Ökonomin Ulrike Malmendier überraschend vor die Tür
Die deutsche Bundesregierung hat beschlossen, die Amtszeit der Ökonomin Ulrike Malmendier im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht zu verlängern. Dieser Schritt erfolgt trotz ihres hohen Ansehens in der Fachwelt und ihrer maßgeblichen Beiträge, darunter die Ausarbeitung von Reformvorschlägen für den vorzeitigen Renteneintritt. Sowohl das Bundeswirtschaftsministerium als auch die Bundeskanzlei sprachen sich gegen eine Wiederberufung aus.
Malmendiers Berufung im Jahr 2022 war das Ergebnis monatelanger politischer Auseinandersetzungen und einer längeren Vakanz im Gremium. Ihre Ernennung galt als großer Erfolg, da sie als führende Ökonomin mit strenger wissenschaftlicher Ausrichtung gilt.
Während ihrer Amtszeit spielte sie eine zentrale Rolle bei der Gestaltung wirtschaftspolitischer Maßnahmen, insbesondere durch die Erarbeitung von Vorschlägen zur Reform des vorzeitigen Renteneintritts. Dennoch hat die Regierung ihre Amtszeit nun vorzeitig beendet.
Jens Südekum, ein enger Berater von Finanzminister Lars Klingbeil, kritisierte die Entscheidung scharf. Er argumentierte, dass das abrupte Ende ihrer Berufung ein negatives Signal an die Wissenschaftsszene sende. Weder die Bundesregierung noch die zuständigen Ministerien haben offizielle Gründe für die Ablehnung genannt.
Die Entscheidung hinterlässt Malmendiers Position unbesetzt und wirft Fragen zur Haltung der Regierung gegenüber wirtschaftswissenschaftlicher Expertise auf. Mit ihrem Ausscheiden verliert der Sachverständigenrat eine prominente Stimme – ohne dass es dafür eine unmittelbare Begründung gäbe. Sowohl in der akademischen Welt als auch in der Politik herrscht nun Unsicherheit über künftige Personalentscheidungen.
