Bundeswehr reformiert Grundausbildung: Sechs Monate, mehr Kampfkraft, keine Standortwechsel
Rolf-Peter ScheelBundeswehr reformiert Grundausbildung: Sechs Monate, mehr Kampfkraft, keine Standortwechsel
Die Bundeswehr hat ein neues Grundausbildungsprogramm eingeführt, das die Kampfkraft der Streitkräfte stärken soll. Der sechsmonatige Lehrgang, der am 1. Juli 2025 startete, stellt den Wechsel zu einer dezentralen Ausbildung an mehreren Standorten dar. Verteidigungsminister Boris Pistorius besuchte kürzlich eine dieser Einrichtungen, um sich vor Ort ein Bild von den Neuerungen zu machen.
Das überarbeitete Ausbildungssystem sorgt dafür, dass alle Rekruten dieselbe standardisierte Grundausbildung erhalten, bevor sie sich spezialisieren. Anders als im alten Modell sind keine Verlegungen zwischen Standorten mehr nötig – jeder Soldat durchläuft denselben sechsmonatigen Lehrgang. Aktuell absolvieren fast 200 Freiwillige diese Ausbildung in der Lützow-Kaserne in Münster, davon stammen etwa 70 aus der Region Münsterland oder Westfalen.
Am 10. November 2025 traf Pistorius mit Soldaten des Heimatschutzregiments sowie mit Rekruten des neuen Programms zusammen. Sein Besuch fiel in eine Phase, in der die Bundeswehr plant, ihre aktiven Truppen bis 2035 von derzeit 182.000 auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten zu vergrößern. Auch die Reserve soll verdoppelt werden – von 100.000 auf 200.000 Kräfte.
Ab 2026 erhalten alle 18-Jährigen einen Online-Fragebogen, um ihr Interesse am Wehrdienst zu ermitteln. Diese Maßnahme geht auf Forderungen von Thomas Röwekamp zurück, dem Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses, der sich für eine allgemeine Musterung einsetzt.
Die reformierte Ausbildung zielt darauf ab, eine einheitlichere und leistungsfähigere Truppe aufzubauen. Mit der Ausweitung der Rekrutierungsbemühungen und dem Wachstum der Reserve positioniert sich die Bundeswehr für eine langfristige Stärkung. Die Veränderungen spiegeln eine umfassendere Strategie wider, die Struktur der deutschen Streitkräfte zu modernisieren.






