Caritas Bocholt beantragt Eigenverwaltung – Insolvenz als Chance zur Rettung
Jacqueline RöhrdanzCaritas Bocholt beantragt Eigenverwaltung – Insolvenz als Chance zur Rettung
Caritas Bocholt, ein gemeinnütziger Träger mit Angeboten in der Altenpflege, Behindertenhilfe und Familienberatung, hat Eigenverwaltung in einem vorläufigen Insolvenzverfahren beantragt. Das Amtsgericht Münster gab dem Antrag statt und ermöglicht der Einrichtung damit, ihren Betrieb während der Umstrukturierung fortzuführen. Die Verantwortlichen betonen, dass dieser Schritt dazu dient, die Zukunft der Organisation unter eigener Regie zu sichern.
Der Insolvenzantrag erfolgt vor dem Hintergrund wachsender finanzieller Belastungen für gemeinnützige Wohlfahrtsverbände. Steigende Kosten und veraltete Förderrichtlinien setzen die Haushalte der gesamten Branche unter Druck. Caritas Bocholt, das 904 Mitarbeiter beschäftigt, fordert dringende Neuverhandlungen mit den Kostenträgern, um die Finanzlage zu stabilisieren.
Während des Verfahrens bleiben alle Einrichtungen geöffnet, und die Dienstleistungen werden wie gewohnt erbracht. Die Löhne der Beschäftigten sind gesichert: Die Insolvenzgeldvorfinanzierung garantiert die Gehaltszahlungen für die nächsten drei Monate. Claudia Soggeberg, Geschäftsführerin von Caritas Bocholt, erklärte, die Eigenverwaltung biete die beste Perspektive für eine Sanierung. Begleitet wird der Prozess von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH, die als Insolvenz- und Restrukturierungsberater fungiert. Zu ihren Aufgaben gehören die Überwachung finanzieller Anpassungen sowie die Unterstützung der geplanten Neuaufstellung.
Mit der gerichtlichen Zustimmung kann Caritas Bocholt nun seinen Restrukturierungsplan umsetzen. Da der Betrieb aufrechterhalten bleibt und die Mitarbeiterentgelte gesichert sind, rückt die Neuverhandlung der Förderbedingungen in den Fokus. Das Ergebnis wird entscheiden, ob die Einrichtung ihre langfristigen Angebote für bedürftige Menschen in der Region aufrechterhalten kann.
