Coca-Cola-Chef prangert Bürokratie und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland an
Jacqueline RöhrdanzCoca-Cola-Chef prangert Bürokratie und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland an
John Galvin, der Chef von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) in Deutschland, hat sich kritisch zur hiesigen Wirtschaftslage geäußert. Er bezeichnete übermäßige Bürokratie, hohe Kosten und langsame Genehmigungsverfahren als zentrale Hindernisse für Unternehmen. Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Wirtschaftsführer vor einer Verschärfung der wirtschaftlichen Probleme Deutschlands warnen.
Galvin verwies auf alltägliche Aufgaben, die für Unternehmen zu langwierigen Herausforderungen werden. Schon das Versetzen eines Zauns, das Beschneiden von Bäumen auf Firmengelände oder die Reparatur eines Daches erfordern oft die Zustimmung mehrerer Behörden. Er kritisierte die Haltung der Bundesregierung, die seiner Meinung nach stärker auf die Durchsetzung von Vorschriften als auf die Unterstützung von Betrieben achte.
Explodierende Strompreise, hohe Löhne und steigende Krankheitsquoten verschärfen den Druck auf die Unternehmen zusätzlich. Galvin warf der Bundesregierung vor, zu wenig für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu tun. Trotz dieser Schwierigkeiten betonte er jedoch das Festhalten von CCEP an Deutschland und versicherte, dass das Unternehmen keine Pläne habe, die Produktion ins Ausland zu verlagern.
CCEP betreibt in Deutschland 24 Standorte, beschäftigt rund 6.100 Mitarbeiter und vertreibt jährlich 4,1 Milliarden Liter Getränke wie Coca-Cola, Fanta und Sprite. Galvin begrüßte zwar die jüngste Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz, Bürokratie abzubauen, mahnte aber, dass Versprechen nun in Taten umgesetzt werden müssten.
BDI-Präsident Peter Leibinger unterstützte Galvins Kritik und bezeichnete die wirtschaftliche Lage Deutschlands als die schlechteste seit der Gründung der Bundesrepublik. Beide forderten schnellere Reformen, um einen weiteren Abwärtstrend zu verhindern.
Galvins Vorwürfe spiegeln eine breite Unzufriedenheit in der deutschen Wirtschaft mit Bürokratie und steigenden Kosten wider. Die Regierung sieht sich nun mit Forderungen nach vereinfachten Regelungen und einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit konfrontiert. Ob CCEP weiterhin in Deutschland investiert, wird davon abhängen, ob diese Herausforderungen bewältigt werden.
