21 December 2025, 01:05

Cologne Housing Association GAG verschreibt Raumtemperatur für Mieter

Ein Schlafzimmer mit einem Bett, Nachttisch und Kleiderschrank.

Cologne Housing Association GAG verschreibt Raumtemperatur für Mieter

Kölner Wohnungsbaugesellschaft GAG schreibt Raumtemperaturen für Mieter vor

Teaser: 20 Grad tagsüber, 17 Grad nachts: Die Kölner Wohnungsbaugesellschaft GAG hat die Heizung in fast allen ihren Wohnungen gedrosselt.

19. Dezember 2025, 17:25 Uhr

Die Kölner Wohnungsbaugesellschaft GAG hält seit der Energiekrise 2023 die Heizleistung in ihren Immobilien auf niedrigerem Niveau. In den meisten Wohnungen liegen die Temperaturen tagsüber bei 20 Grad, nachts sinken sie auf 17 Grad. Die Maßnahme führt dazu, dass vor allem ältere Mieter mit der Kälte kämpfen – trotz der Bemühungen des Unternehmens, die Kosten verantwortungsvoll zu steuern.

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Die reduzierte Heizpolitik wurde während der Energiekrise eingeführt und seitdem beibehalten. Der Vorstand der GAG begründet den Schritt mit der Notwendigkeit, Ressourcen zu schonen und die steigenden Ausgaben zu kontrollieren. In einem Schreiben mit dem Titel „Die Energiekrise gemeinsam meistern“ informierte das Unternehmen die Mieter über die neuen Vorgaben.

Für manche Bewohner bedeutet die niedrigere Temperatur spürbaren Komfortverlust. Der Rentner Jürgen Eil trägt abends nun eine dicke Jacke und deckt sich mit einer Wolldecke zu, um warm zu bleiben. Seine Nachbarin Karin Weiland greift auf einen Elektroheizer zurück, was ihre Stromrechnung um 30 Euro im Monat erhöht. Beide fühlen sich von der GAG übergangen, da die Entscheidung ohne Rücksprache mit den Betroffenen getroffen wurde. Ausnahmen gibt es jedoch für besonders schutzbedürftige Gruppen: In Demenz-Wohngruppen, Kindertagesstätten und Seniorenheimen werden höhere Temperaturen gehalten – bis zu 23 Grad tagsüber und 20 Grad nachts. Eine kürzliche Überprüfung der Heizungsrohre im Haus von Eil und Weiland führte vorübergehend zu mehr Wärme und damit zu einer kleinen Erleichterung.

Rechtlich scheint das Vorgehen der GAG einwandfrei. Dr. Ulrich H. Staiger, ein auf Mietrecht spezialisierter Anwalt, bestätigte, dass Vermieter lediglich Mindeststandards erfüllen müssen. Tagsüber gelten Temperaturen zwischen 20 und 22 Grad als ausreichend. GAG-Sprecher Jörg Fleischer verteidigte die Regelung und betonte, dass verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen und finanzielle Vorsicht entscheidende Faktoren seien. Gleichzeitig unterstrich er die Fürsorgepflicht des Unternehmens, die bezahlbare Mieten mit dem Wohl der Mieter in Einklang bringen müsse.

Die gedrosselten Heizleistungen gelten weiterhin in den meisten GAG-Wohnungen. Während das Unternehmen seine Politik als rechtmäßig und notwendig darstellt, bleiben ältere Mieter auf höhere private Kosten und Unbehagen sitzen. Bisher gibt es Ausnahmen nur in Einrichtungen, in denen besonders schutzbedürftige Bewohner leben.