17 March 2026, 00:48

Deutsche Brauereien kämpfen um Überleben mit alkoholfreiem Bier und neuen Konzepten

Ein Plakat, das Bier in Amsterdam bewirbt und eine Gruppe von Menschen zeigt, von denen einige Gläser halten, sowie Text und ein Logo.

Deutsche Brauereien kämpfen um Überleben mit alkoholfreiem Bier und neuen Konzepten

Deutschlands Bierbranche erlebt den stärksten Rückgang seit Jahrzehnten

Der Bierabsatz in Deutschland ist 2025 um sechs Prozent eingebrochen – der größte Einbruch seit der Wiedervereinigung. Brauereien im ganzen Land passen sich nun veränderten Konsumgewohnheiten an, wobei einige auf alkoholfreie Alternativen setzen, um zu überleben.

Der Rückgang bei traditionellem Bier trifft vor allem kleine und mittelgroße Brauereien hart. Christoph Barre, Geschäftsführer der Barre Brauerei, warnt vor steigenden Insolvenzen, da die Nachfrage schwächelt. Um über die Runden zu kommen, steigert seine Brauerei die Produktion von alkoholfreiem Bier und erweitert das Angebot um Merchandise-Artikel, Führungen und Messen. Das Ziel: unabhängig bleiben und gleichzeitig die Bierkultur in Ostwestfalen-Lippe am Leben halten.

Auch die Bielefelder Braumanufaktur stellt sich um. Gründer Mike Cacic bezeichnet sein Unternehmen mittlerweile als Getränkehersteller mit breiterem Sortiment – im Fokus stehen Softdrinks und alkoholfreies Bier. Dieser Wandel spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Der Marktanteil von alkoholfreiem Bier hat sich seit 2020 mehr als verdoppelt und liegt 2025 bei 4,5 Prozent (2020: 2,3 Prozent).

Gesundheitsbewusster Konsum, etwa durch Aktionen wie den "Dry January", treibt dieses Wachstum voran. Besonders in urbanen Regionen wie Berlin und Bayern ist die Nachfrage hoch, während ländliche Gebiete den Trend langsamer aufgreifen. Brauereien in Lübbecke und Bielefeld ziehen nach und setzen auf regionale Vermarktung und alkoholfreie Sorten, um den Absatzrückgang auszugleichen.

Die Hinwendung zu alkoholfreien Alternativen markiert einen tiefgreifenden Wandel für die deutsche Braubranche. Angesichts sinkender Verkäufe traditioneller Biere überdenken die Hersteller ihre Strategien, um sich an veränderte Geschmäcker anzupassen. Fürs Erste hängt das Überleben von Innovation ab – und der Bereitschaft, sich neu zu erfinden.

AKTUALISIERUNG

Deutscher Bierabsatz bricht auf historisches Tief: Statistik zeigt stärksten Einbruch seit 1993

Der Bierabsatz 2025 ist auf 7,8 Milliarden Liter gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 497,1 Millionen Litern gegenüber dem Vorjahr und einem Minus von 18,9 Prozent seit 2015. Der stärkste Einbruch seit 1993 wurde verzeichnet. Im November 2025 beschleunigte sich der Rückgang und verschlechterte sich weiter bis zum Jahresende.