14 March 2026, 14:33

Dinslaken diskutiert Haushaltskrise: Bürger fordern Lösungen statt Steuererhöhungen

Eine Gruppe von Menschen, die vor einem Rednerpult mit Mikrofon und einer Tafel mit der Aufschrift "Sancho City Councilman Joins City Council" stehen und sitzen, mit Flaggen, Feuerlöscher und Deckenleuchten im Hintergrund.

Dinslaken diskutiert Haushaltskrise: Bürger fordern Lösungen statt Steuererhöhungen

Dinslakens erster "Stadt-Dialog": Bürger diskutieren über Haushaltskrise und Sparpläne

Am 11. März 2026 fand in Dinslaken der erste "Stadt-Dialog" statt, an dem rund 70 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen, um über die finanziellen Herausforderungen der Stadt zu sprechen. Die von Bürgermeister Simon Panke und Stadtkämmerer Achim Thomae geleitete Veranstaltung konzentrierte sich auf das wachsende Haushaltsdefizit und die geplanten Einsparmaßnahmen – kurz vor der entscheidenden Ratssitzung am 26. März.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich das jährliche Haushaltsloch Dinslakens von 20 Millionen Euro auf über 40 Millionen Euro verdoppelt. Die Abhängigkeit von Bundesmitteln – etwa durch Konjunkturprogramme und Sozialhilfen – macht mittlerweile rund 60 Prozent der Einnahmen aus und vertieft die strukturelle Verschuldung. Thomae skizzierte Maßnahmen zur Ausgabenkürzung, darunter eine Erhöhung der Grundsteuer B, der Steuer auf bebaute Grundstücke.

Die Anwesenden hinterfragten die geplanten Steuererhöhungen, die Zukunft der Eishalle sowie Verzögerungen bei Schulprojekten. Kritisch angemerkt wurden auch Fehlzeiten in der Stadtverwaltung und die Frage, ob frühere Weichenstellungen die aktuelle Lage hätten entschärfen können. Panke reagierte auf einige der Punkte mit Ankündigungen neuer Investitionen: eine Turnhalle für die EBGS-Schule, Sanierungen an der Feuerwehrwache Eppinghoven sowie abgeschlossene Modernisierungen im Schulzentrum Hiesfeld. Zudem werden im gesamten Stadtgebiet Straßenlaternen durch energieeffiziente LEDs ersetzt.

Mit den Wasserverbänden Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) laufen Gespräche über die Neugestaltung des Freibadgeländes in Hiesfeld. Zwar sind die Details noch Verhandlungssache, doch der Vorschlag wurde als möglicher Schritt nach vorn gewertet. Die Veranstaltung selbst wurde für ihre offene Diskussionskultur gelobt, auch wenn viele Fragen unbeantwortet blieben. Ein weiterer "Stadt-Dialog" ist für den Herbst geplant; Bürger, die weitere Klarstellungen wünschen, können sich unter [email protected] an das Bürgermeisterbüro wenden.

Am 26. März stimmt der Rat über den Haushalt ab, wobei Steueranpassungen und Kürzungen voraussichtlich in Kraft treten werden. Projekte wie die neue Turnhalle und die Feuerwehr-Sanierung sollen wie geplant umgesetzt werden, während die Verhandlungen über das Hiesfelder Freibad fortgeführt werden. Die Stadt betont, auch weiterhin transparente Kommunikationswege zu pflegen – angesichts der anhaltenden finanziellen Belastungen.

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