Duisburgs dunkles Erbe: Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus unter der Lupe
Iwona RoggeDuisburgs dunkles Erbe: Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus unter der Lupe
Öffentlicher Vortrag zu Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus in Duisburg
Am Donnerstag, dem 19. Februar 2026, findet in Duisburg eine kostenlose öffentliche Veranstaltung zum Thema Zwangssterilisationen während der NS-Zeit statt. Der Vortrag mit dem Titel "Zwangssterilisation in der Zeit des Nationalsozialismus in Duisburg" beginnt um 18:15 Uhr in der DenkStätte im Gebäude des Stadtarchivs.
Referent ist der Historiker Dr. Bernd Kern von der Universität Duisburg-Essen. Er wird die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergründe dieser Verbrechen beleuchten sowie die rechtlichen und administrativen Strukturen, die sie vor Ort durchsetzten. Im Mittelpunkt steht dabei das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", das am 14. Juli 1933 in Kraft trat und dessen Auswirkungen in Duisburg bis 1949 nachwirkten.
Anhand ausgewählter Fallbeispiele gibt Kern einen statistischen Überblick und eine kritische Analyse der Vorgehensweisen. Zwar liegen für Duisburg keine genauen Zahlen vor, doch erließen die regionalen Erbgesundheitsgerichte (Erbgesundheitsbehörden) in der gesamten Region regelmäßig entsprechende Anordnungen.
Die Veranstaltung findet im Stadtarchiv am Karmelplatz 5 im Duisburger Innenhafen statt. Bis zu 60 Interessierte können ohne Voranmeldung und kostenfrei teilnehmen.
Der Abend bietet eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem dunklen Kapitel der Duisburger Geschichte unter der NS-Herrschaft. Die DenkStätte als Veranstaltungsort verbindet historische Aufarbeitung mit archivgestützter Forschung und fachkundiger Analyse. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist für alle offen.
