18 June 2026, 12:32

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf Sanierung statt Neubau

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf Sanierung statt Neubau

Düsseldorf hat die Pläne für ein neues, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von einer Milliarde Euro aufgegeben. Die Entscheidung folgt auf explodierende Kosten, die auf 1,8 Milliarden Euro anstiegen und das Projekt zum Stillstand brachten. Das für den Neubau vorgesehene Grundstück ist nun nach einem 137 Millionen Euro teuren Rückkauf wieder im Besitz der Stadt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ursprünglich sollte das Düsseldorfer Nachkriegs-Opernhaus durch Snøhettas modernes Design ersetzt werden. Doch die stark gestiegenen Ausgaben führten zur Abschaffung des Vorhabens. Als Reaktion darauf kündigte Oberbürgermeister Stephan Keller an, stattdessen das bestehende Opernhaus im Hofgarten zu modernisieren, anstatt einen Neubau zu errichten. Eine Kostenanalyse ergab, dass die Sanierung des Bonatz-Baus zwischen 400 und 500 Millionen Euro erfordern würde.

Unterdessen hat das Rostocker Volkstheater, ein Wahrzeichen der Moderne, Schutz durch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin erhalten. Diese Entscheidung verhinderte, dass die von der CDU geführte Stadtregierung das Gebäude für den Bau neuer Wohnungen abreißen ließ. In Rostock entsteht bereits ein neues Theater, entworfen vom Berliner Büro Hascher Jehle, mit einem ursprünglichen Budget von 208 Millionen Euro.

Die Ablehnung von Snøhettas Entwurf hat das Interesse an bescheidenen Nachkriegs-Theatern im modernen Stil in ganz Deutschland neu entfacht. Einige schlagen vor, die „Blau-Grünen Ring“-Pläne von raumwerk als kostengünstigere Alternative zu aufwendigen Großprojekten wiederaufzugreifen.

Düsseldorfs gescheitertes Opernhaus-Projekt zwingt die Stadt nun zum Umdenken. Der Fokus liegt nun auf der Aufwertung des bestehenden Gebäudes statt auf teuren Neubauten. In Rostock zeigen das unter Denkmalschutz stehende Volkstheater und der laufende Theaterneubau einen Trend hin zur Bewahrung und Anpassung bestehender Strukturen auf.

Quelle