23 December 2025, 17:34

Düsseldorfer Brustzentrum schließt: 'Was soll ich tun, wenn ich Krebs nochmal bekomme?'

Eine Gruppe von Menschen, die stehen, einer hält eine Impfstoffflasche, mit einem Kalender und Text im Hintergrund.

Düsseldorfer Brustzentrum schließt: 'Was soll ich tun, wenn ich Krebs nochmal bekomme?'

Düsseldorfs Luisenkrankenhaus schließt bis Ende 2025 – Patienten und Personal in Unsicherheit

Das Düsseldorfer Luisenkrankenhaus, eine renommierte Klinik für Brustkrebsbehandlung, wird bis Ende 2025 seine Türen schließen. Die Entscheidung ist Teil der bundesweiten Krankenhausreform, die auf größere, spezialisierte medizinische Zentren setzt. Für Patienten und Mitarbeiter bedeutet dies eine ungewisse Zukunft in Sachen Versorgung und Beschäftigung.

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Obwohl die Schließung bereits im März beschlossen wurde, erhielten über 50 Beschäftigte – darunter Ärzte und Pflegekräfte – erst Mitte November die offizielle Mitteilung. Einige Mitarbeiter kritisieren das Vorgehen scharf: Sie fühlten sich durch mangelnde Transparenz im Stich gelassen. Die Klinikleitung betont hingegen, die Nachricht so schnell wie möglich nach Erhalt der Bestätigung weitergegeben zu haben.

Ziel der Reform ist es, die Gesundheitsversorgung effizienter zu gestalten, indem kleinere Kliniken in größere, leistungsfähigere Einrichtungen integriert werden. Doch die Gewerkschaft Verdi zeigt sich besorgt: Können die umliegenden Krankenhäuser die rund 700 betroffenen Patientinnen ohne Qualitätsverluste aufnehmen? Als mögliche Alternativen gelten das Charité Campus Mitte, die Schlosspark-Klinik und das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge – doch ob diese die zusätzliche Belastung stemmen können, bleibt unklar.

Für Patientinnen wie die 77-jährige Karin Rinklake, die seit 14 Jahren krebsfrei ist, kommt die Schließung einem Schock gleich. „Was soll ich tun, wenn der Krebs zurückkehrt?“ sagt sie. „Ich bin völlig ratlos.“ Viele Frauen in laufender Behandlung müssen nun neue Therapeuten finden und Vertrauen zu unbekannten Ärzteteams aufbauen.

Die Klinik war für ihren persönlichen Ansatz bekannt – mit Einfühlungsvermögen und Zeit für die Patientinnen. Diese Art der Betreuung in größeren, oft überlasteten Häusern zu reproduzieren, wird eine Herausforderung.

Die Schließung des Luisenkrankenhauses markiert einen tiefgreifenden Einschnitt für Brustkrebspatientinnen in Düsseldorf. Betroffene stehen vor der Suche nach Alternativen, während das Personal um seine Jobs bangt. Wie sich die Reform langfristig auf die Behandlungsqualität und das Vertrauen der Patientinnen auswirkt, wird sich im Laufe des Umbruchs zeigen.