Erich von Däniken – der umstrittene Visionär der antiken Außerirdischen stirbt mit 90 Jahren
Rolf-Peter ScheelErich von Däniken – der umstrittene Visionär der antiken Außerirdischen stirbt mit 90 Jahren
Erich von Däniken, der umstrittene Schweizer Autor, der durch seine Thesen über antike Außerirdische bekannt wurde, ist im Alter von 90 Jahren in der Nähe von Interlaken gestorben. Sein erstes buch "Erinnerungen an die Zukunft", das 1968 erschien, löste weltweit eine Faszination für die Idee aus, dass außerirdische Wesen einst die menschliche Zivilisation beeinflusst hätten. Über fünf Jahrzehnte hinweg verkauften sich seine Werke mehr als 70 Millionen Mal – selbst in Maos China fanden sie Leser.
Von Dänikens Debütwerk startete mit einer bescheidenen Auflage von 6.000 Exemplaren. Hinter den Kulissen hatte Wilhelm Utermann – ein ehemaliger NS-Journalist, der unter dem Pseudonym Wilhelm Roggersdorf schrieb – das Manuskript stark überarbeitet und umgestaltet. Trotz dieser ungewöhnlichen Entstehung wurde das buch zum Welterfolg und katapultierte den Autor zum Ruhm.
1970 wurde von Däniken wegen Steuerhinterziehung zu 18 Monaten Haft in einem Schweizer Gefängnis verurteilt. Als er die Haftanstalt verließ, stellte er fest, dass sein buch Millionen Mal verkauft worden war – und er selbst zum wohlhabenden Mann geworden war. Seine Thesen, wonach Bauwerke wie die Pyramiden von Gizeh oder die Bundeslade Beweise für außerirdische Einflüsse seien, befeuerten eine Welle "parawissenschaftlicher" Strömungen und esoterischer Randbewegungen. Von 2003 bis zu seinem Tod veröffentlichte von Däniken seine Bücher ausschließlich beim Kopp Verlag, einem deutschen Verlag, der oft mit rechtsextremen und esoterischen Kreisen in Verbindung gebracht wird. Der Verlag betreute seine späteren Bestseller und zementierte so sein Erbe in der Szene der alternativen Geschichtsschreibung.
Von Dänikens Ideen hinterließen tiefgreifende Spuren in der Popkultur, wo sie Archäologie mit spekulativer Fiction vermischten. Seine bücher, die Kontinente und politische Gräben überbrückten, sorgten dafür, dass seine Theorien über Generationen hinweg präsent blieben. Mit dem Tod des Autors schließt sich ein Kapitel über eine der polarisierendsten Figuren des 20. Jahrhunderts.
