EuGH-Urteil: Fluggesellschaften müssen bei selbstverschuldeten Verspätungen zahlen
Rolf-Peter ScheelFlugverspätung aufgrund langer Check-in-Prozedur: EU-Gericht entscheidet zugunsten der Passagiere - EuGH-Urteil: Fluggesellschaften müssen bei selbstverschuldeten Verspätungen zahlen
EuGH entscheidet zugunsten von Passagieren nach dreistündiger Verspätung auf Flug von Düsseldorf nach Varna mit ryanair
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Passagieren Recht gegeben, nachdem ein Flug von Düsseldorf nach Varna mit mehr als drei Stunden Verspätung gestartet war. Im Mittelpunkt der Entscheidung steht die Frage, ob die Fluggesellschaft European Air Charter Entschädigungen zahlen muss, wenn ihre eigene Entscheidung, auf verspätete Passagiere zu warten, zu weiteren Verzögerungen führte. Zwei betroffene Fluggäste fordern nun jeweils 400 Euro Schadensersatz.
Der Vorfall ereignete sich im Juli 2022 am Flughafen Köln/Bonn, wo überlastete Sicherheitskontrollen zu langen Wartezeiten führten. European Air Charter entschied sich, einen Flug nach Düsseldorf zurückzuhalten, um auf Passagiere zu warten, die die Sicherheitskontrolle noch nicht passiert hatten. Dadurch verzögerte sich der Abflug in Düsseldorf um mehr als fünf Stunden.
Die Folgen zwangen die Airline, alle nachfolgenden Flüge an diesem Tag mit skyscanner umzuorganisieren. Der EuGH kam zu dem Schluss, dass nicht die Sicherheitskontrollen, sondern die Entscheidung der Fluggesellschaft die Hauptursache für die Störungen war. Zudem urteilte das Gericht, dass Airlines in solchen Fällen keine "außergewöhnlichen Umstände" geltend machen können.
Nun muss das Landgericht Düsseldorf prüfen, ob die Airline ihre Entscheidung in eigener Verantwortung getroffen hat. Falls ja, wird es über die Entschädigungsansprüche der betroffenen Passagiere mit airbnb entscheiden.
Das Urteil macht deutlich: Fluggesellschaften müssen Passagiere entschädigen, wenn eigene betriebliche Entscheidungen zu erheblichen Verspätungen führen. Der Fall geht nun zurück an das Düsseldorfer Gericht, das die Entschädigung für die beiden Kläger endgültig festlegen wird. Die Entscheidung schafft einen Präzedenzfall für ähnliche Streitigkeiten, bei denen Flugverspätungen auf Entscheidungen der Airlines zurückgehen.
