Evangelische Kirche Westfalen durchsucht Personalakten nach sexualisierter Gewalt
Milan SüßebierEvangelische Kirche setzt pensionierte Polizisten ein, um Personalakten zu durchsuchen - Evangelische Kirche Westfalen durchsucht Personalakten nach sexualisierter Gewalt
Die Evangelische Kirche von Westfalen hat eine Überprüfung ihrer Personalakten eingeleitet, um mögliche Fälle sexualisierter Gewalt aufzudecken. Ehemalige Polizeibeamte wurden hinzugezogen, um die Unterlagen zu sichten – beginnend mit den Akten aktueller Mitarbeiter. Mit der Maßnahme soll Fehlverhalten aufgedeckt werden, bevor gesetzliche Verjährungsfristen ablaufen.
Die Untersuchungen begannen am 1. Februar 2023 unter der Leitung eines pensionierten Beamten. Ab dem 1. März wird ein zweiter ehemaliger Polizist das Team verstärken, um die Arbeiten zu beschleunigen. Zunächst werden die Akten der noch beschäftigten Mitarbeiter geprüft, damit mögliche Erkenntnisse rechtlich noch verfolgt werden können.
Im Anschluss widmet sich das Team den archivierten Unterlagen, darunter auch denen ehemaliger Mitarbeiter. Werden Hinweise auf Verstöße gefunden, leitet die Kirche die Fälle an die Stelle zur Aufarbeitung von Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung (UVSS) weiter, die eine vertiefte Prüfung vornimmt. Je nach Schwere des Fehlverhaltens reichen die Konsequenzen von disziplinarischen Maßnahmen bis hin zur Entlassung.
Charlotte Nieße, die Beauftragte der Kirche für Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung, wird die regionalen Synoden über den Fortschritt informieren. Sämtliche Personalakten der Landeskirchenverwaltung sollen geprüft werden, wobei der genaue Zeitrahmen noch offen ist.
Die Überprüfung stellt einen offiziellen Schritt dar, um historische und aktuelle Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche aufzuarbeiten. Alle Erkenntnisse werden von der UVSS bewertet, die über das weitere Vorgehen entscheidet. Der Prozess wird fortgesetzt, bis alle relevanten Unterlagen gesichtet sind.
