Fachmedienbranche in Deutschland wankt: Insolvenzwelle erschüttert Markt und Partner
Iwona RoggeFachmedienbranche in Deutschland wankt: Insolvenzwelle erschüttert Markt und Partner
Deutschlands Fachmedienbranche steht vor tiefgreifenden Umbrüchen, nachdem mehrere Schlüsselunternehmen Insolvenz angemeldet haben. Die Mediengruppe Stein, der zweitgrößte Distributor des Landes in diesem Bereich, beantragte Anfang Oktober die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Der Zusammenbruch gefährdet Umsätze in Höhe von rund 100 Millionen Euro und sorgt für weitverbreitete Verunsicherung am Markt.
Die Probleme begannen im September, als die traditionsreiche A. Stein'sche Buchhandlung, ein Buchhändler mit 80 Mitarbeitern, Insolvenz anmeldete. Nur wenige Wochen später folgte die Mediengruppe Stein selbst – zusammen mit 18 Tochtergesellschaften. Betroffen sind bekannte Namen wie Solon, Delbanco, Massmann und Albert Müller.
Die Insolvenzwelle sendet Schockwellen durch die Branche. Jörg Pieper, Leiter Content-Akquisition bei Get More Brain, warnte vor wachsender Instabilität angesichts des plötzlichen finanziellen Vakuums. Er hatte zuvor in einem Bieterverfahren für ein Unternehmen mitgeboten, das schließlich von Stein übernommen wurde.
Auch der Konkurrent Schweitzer Fachinformationen kämpft mit Schwierigkeiten, insbesondere bei der Integration eigener jüngster Übernahmen. Unterdessen versorgt Börsenblatt Plus die Branche weiterhin mit aktuellen Informationen, darunter Plus-Artikel, E-Papers und ein digitales Archiv ab 2019. Mitglieder des Börsenvereins und Print-Abonnenten können diese Inhalte weiterhin ohne zusätzliche Kosten nutzen.
Durch die Insolvenzen klafft nun eine 100-Millionen-Lücke im Markt, die Wettbewerber und Zulieferer zum Umdenken zwingt. Mit großen Distributoren und Buchhändlern in finanzieller Schieflage muss der Sektor eine Phase der Unsicherheit durchstehen – und nach neuen Lösungen suchen.






