Farmer Willi zieht sich nach zehn Jahren aus dem Netz zurück – warum die digitale Welt ihn erschöpfte
Iwona RoggeFarmer Willi zieht sich nach zehn Jahren aus dem Netz zurück – warum die digitale Welt ihn erschöpfte
Landwirt Willi zieht sich nach über zehn Jahren aus dem Netz zurück
Der bekannte Agrarblogger Willi Kremer-Schillings – besser bekannt als Farmer Willi – aus der Kölner Region tritt nach mehr als einem Jahrzehnt online zurück. Der Ackerbauer, der 40 Hektar bewirtschaftet, kündigte an, seinen Blog in der bisherigen Form einzustellen – Grund seien Erschöpfung und psychische Belastung.
Kremer-Schillings, der auch über eine Promotion in Pflanzenbauwissenschaften verfügt, erklärte, dass die ständige Präsenz im Netz und der administrative Aufwand ihm zugesetzt hätten. Zwar verabschiedet er sich nicht endgültig, doch künftige Beiträge werden deutlich seltener erscheinen.
Über zehn Jahre lang teilte der 40-jährige Landwirt unter dem Pseudonym Farmer Willi seine Erfahrungen aus der Landwirtschaft und fachliches Wissen im Internet. Sein Blog entwickelte sich zu einer vertrauenswürdigen Informationsquelle, ergänzt durch Bücher und Vorträge. Doch der unablässige Druck der digitalen Kommunikation zehrte an seinen Kräften.
Besonders belasteten ihn zunehmend unfaire, aggressive oder zynische Kommentare. Die psychische Anspannung, kombiniert mit der Doppbelbelastung durch Hofarbeit und Online-Präsenz, führte schließlich zu seiner Entscheidung. Zwar bleibt der Blog online, neue Einträge wird es jedoch nur noch sporadisch – etwa einmal pro Woche oder am Wochenende – geben.
Trotz des Rückzugs aus dem Netz wird Kremer-Schillings weiterhin Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft betreiben. Geplant sind Vorträge und Podiumsdiskussionen, um weiterhin als Fürsprecher der Branche aktiv zu bleiben. Seine Botschaft an die Follower ist klar: Es ist kein Abschied für immer, sondern ein "Bis später", während er einen Gang zurückschaltet.
Die Veränderung bedeutet weniger regelmäßige Updates, doch die bestehenden Inhalte von Farmer Willi bleiben abrufbar. Künftig wird er sich auf die Bewirtschaftung seines Hofs, eine selektive Online-Präsenz und persönliche Agrar-Bildungsarbeit konzentrieren. Die Entscheidung spiegelt das Bedürfnis nach Erholung wider – nach Jahren intensiver digitaler Aktivität.
