Feuriger Abschied: Köln verbrennt den Nubbel und beendet die Karnevalszeit
Iwona RoggeNubbel-Verbrennung markiert Ende des Straßenkarnevals in Köln - Feuriger Abschied: Köln verbrennt den Nubbel und beendet die Karnevalszeit
Kölner Straßen füllen sich am Aschermittwoch – mit Feuerabschied vom Karneval
Am Aschermittwoch strömten die Menschen auf Kölns Straßen, um mit einem feurigen Brauch die zeit des Karnevals zu beenden: die Verbrennung des Nubbels. Seit Jahrzehnten versammeln sich Anwohner, um dem Flammenopfer einer Strohpuppe beizuwohnen – dem Symbol für die Sünden der närrischen zeit. Das Ritual leitet die Fastenzeit ein und markiert die Rückkehr zum Alltag.
Der Nubbel, eine Strohfigur, die während des Karnevals über Kneipentüren hängt, trägt die Last des ausgelassenen Treibens. Seine Verbrennung soll die Gemeinschaft von Ausschweifungen und Torheiten reinigen, bevor die besinnliche Fastenzeit beginnt. Die Tradition reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück und ist verwurzelt in rheinischen Bräuchen, die Feuer als Zeichen des Übergangs nutzten.
Ursprünglich verkörperte der Nubbel einen Sündenbock – eine narrenhafte Figur, der die Schuld für das Karnevalschaos zugeschoben wurde. Mit seiner Verbrennung vertrieben die Bewohner symbolisch das Fehlverhalten und setzten einen Neuanfang für das kommende Jahr. Ähnliche Rituale gibt es im benachbarten Düsseldorf, wo die Strohpuppe Hoppeditz dasselbe Schicksal erleidet. Anders als Kölns Nubbel soll Hoppeditz jedoch jedes Jahr am 11. November wiederauferstehen und den Karneval neu eröffnen.
Die Flammen in Köln und Düsseldorf setzen jedes Jahr den Schlusspunkt unter die Karnevalssaison. Beide Städte nutzen die Verbrennung, um auf die vergangene zeit zurückzublicken und sich auf die Fastenzeit vorzubereiten. Für die Einheimischen bleibt der Brauch ein lebendiges Symbol für Gemeinschaft, Erneuerung und den Lauf der zeit.
