22 February 2026, 10:48

Flaschenpost nach acht Jahren an Kanarenstrand entdeckt – eine Reise durch Zeit und Ozean

Eine Schwarz-Weiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit dem Text "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.

Flaschenpost nach acht Jahren an Kanarenstrand entdeckt – eine Reise durch Zeit und Ozean

Flaschenpost aus dem Atlantik: Nach fast acht Jahren an Kanarenstrand angespült

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Eine Flaschenpost, die vor knapp acht Jahren im Atlantik ausgesetzt wurde, ist an einem Strand der Kanarischen Inseln gefunden worden. Der Fund belebt eine jahrhundertealte Tradition, die einst sowohl der Wissenschaft als auch der Geheimhaltung diente. Lange vor moderner Ortungstechnik halfen diese treibenden Botschaften, die Ozeane der Welt zu kartieren.

Das Versenden von Nachrichten in Flaschen reicht bis zu antiken Seefahrern zurück. Griechen und Römer nutzten sie, um über weite Entfernungen zu kommunizieren. Ab dem 16. Jahrhundert übernahmen Spione die Methode: Sie verschlossen codierte Botschaften in Glas – wer eine Flasche unbefugt öffnete, musste mit harter Strafe rechnen.

Berühmt ist der Fall von Christoph Kolumbus, der 1493 eine Flaschenpost nutzte, um seine Ankunft in Amerika zu verkünden. Später wurde die Technik zu einem wissenschaftlichen Instrument. Zwischen 1864 und 1936 setzte das Deutsche Hydrographische Institut rund 170.000 Flaschen aus, um Meeresströmungen zu erforschen. Etwa 25.000 davon wurden geborgen und lieferten wertvolle Daten für frühe Seekarten.

Doch auch in moderner Zeit lebt die Tradition weiter. Am 23. Oktober 2015 warf ein deutsches Ehepaar, Jörg und Cornelia Wanke, von einem Kreuzfahrtschiff aus eine eigene Flaschenpost ins Meer. Die Nachricht legte über 1.000 Kilometer zurück, bevor sie nahe Gran Canaria an Land gespült wurde. Der Finder meldete den Fund dem Deutschen Meeresmuseum, wo die Aufzeichnungen die Reise bestätigten.

Die Bergung der Flasche zeigt, wie Meeresströmungen noch immer Geheimnisse über Zeit und Distanz tragen. Während Forscher heute auf Satelliten und Bojen setzen, prägten diese schlichten Glasbehälter einst unser Verständnis der Ozeane. Für die Wankes fügt die lange Reise ihrer Botschaft ein persönliches Kapitel zu einer Praxis hinzu, die älter ist als die Seefahrt selbst.