19 June 2026, 06:22

Gabriele Stötzer: Eine mutige Künstlerin zwischen DDR-Widerstand und zeitgenössischer Kunst

Künstlerin Stötzer: "Sei dabei und bleib nicht stumm"

Gabriele Stötzer: Eine mutige Künstlerin zwischen DDR-Widerstand und zeitgenössischer Kunst

Die Künstlerin Gabriele Stötzer steht im Mittelpunkt einer großen Einzelausstellung im Berliner Gropius Bau. Die unter dem Titel „Gabriele Stötzer: Da sein und nicht schweigen“ präsentierte Schau zeigt rund 150 ihrer Werke – darunter Videos, Fotografien, Modestücke und übergroße Wollfiguren von Frauen, von denen einige an die Frauen der Ukraine erinnern.

Stötzer wuchs in der DDR auf, wo sie als Fotografin, Weberin und feministische Aktivistin arbeitete. 1976 unterzeichnete sie eine Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Dieser Akt des Widerstands führte zu ihrer einjährigen Inhaftierung, während der sie im Gefängnis Strumpfhosen nähte.

1989 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und beteiligte sich im selben Jahr an der Besetzung der Stasi-Kreisverwaltung in Erfurt. Ihr künstlerisches Schaffen und ihr Engagement überschritten stets politische und gesellschaftliche Grenzen.

Stötzer wehrte sich stets dagegen, allein als „DDR-Künstlerin“ etikettiert zu werden. Ihr Werk umfasst Jahrzehnte und verschiedene Medien – ein Zeugnis ihres Engagements für Kunst und Aktivismus. Die Ausstellung würdigt ihr umfangreiches und vielseitiges Schaffen. Im Oktober wird Stötzer mit dem renommierten Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, zu dessen früheren Preisträgern unter anderem Henry Moore, Gerhard Richter und Christo zählen. Der Preis ehrt ihre herausragenden Verdienste um die zeitgenössische Kunst.

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