Garzweiler-Tagebau: Grundwasser bleibt jahrzehntelang zerstört – Anwohner kämpfen mit Folgen
Jacqueline RöhrdanzGarzweiler-Tagebau: Grundwasser bleibt jahrzehntelang zerstört – Anwohner kämpfen mit Folgen
Grundwasserspiegel nahe dem RWE-Tagebau Garzweiler bleiben dramatisch abgesenkt – Erholung erst in Jahrzehnten erwartet
Der Grundwasserspiegel in der Nähe des RWE-Tagebaus Garzweiler ist weiterhin massiv abgesunken, und eine Erholung wird frühestens in Jahrzehnten erwartet. Wie der Erftverband warnt, könnten die Verhältnisse von vor dem Bergbau erst gegen Ende des Jahrhunderts wiederhergestellt sein. Unterdessen leiden Anwohner wie Richard Berrendorf unter Gebäudeschäden, da das Land durch die Abbauaktivitäten der RWE absackt.
Im RWE-Tagebau Garzweiler wird Braunkohle gefördert, indem der Grundwasserspiegel auf extreme Tiefen abgesenkt wird – bis zu 210 Meter unter das ursprüngliche Niveau. Dies hat dazu geführt, dass umliegende Häuser absinken, darunter auch das Anwesen von Berrendorf in Bedburg, wo bereits strukturelle Schäden aufgetreten sind.
Lokale Behörden fordern klarere Regelungen. Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach besteht darauf, dass der neue Braunkohleplan für Garzweiler strenge Vorgaben zum Grundwassermanagement enthalten muss. Benachbarte Kommunen haben zudem vorgeschlagen, eine landesaufsichtliche Stiftung einzurichten, die die langfristigen finanziellen Lasten durch bergbaubedingte Schäden trägt. RWE erklärt sich zwar bereit, über eine dauerhafte Kostenübernahme zu verhandeln, wartet jedoch auf politische Vorgaben. Während die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen und das Unternehmen die schrittweise Abschaltung der Pumpen vorbereiten, bleiben die Details vage. Geplant sind unter anderem Wassermanagementsysteme, Entwässerungsmodernisierungen und Entschädigungen für Betroffene – doch über die konkrete Umsetzung wird noch verhandelt.
Der Zeitplan für die Wiederherstellung der Grundwasserstände reicht bis ins Jahr 2100 und lässt die betroffenen Gemeinden in Unsicherheit zurück. Ohne verbindliche Zusagen zu Finanzierung oder Infrastruktur stehen Anwohner und lokale Verantwortliche vor anhaltender Ungewissheit. Die nächsten Schritte hängen von politischen Entscheidungen und der Bereitschaft RWEs ab, die langfristigen Folgen des Bergbaus anzugehen.
