08 February 2026, 15:33

Gedenkmarsch in Dortmund fordert Schutz für Obdachlose nach tödlichem Winter

Ein altes Foto einer Stadtstraße mit einer Tram, Gebäuden, Fußgängern, Fahrrädern und einem bewölkten Himmel, mit Text oben und unten.

Gedenkmarsch in Dortmund fordert Schutz für Obdachlose nach tödlichem Winter

In Dortmund hat ein Gedenkmarsch an fünf obdachlose Menschen erinnert, die in diesem Winter starben. Unter ihnen war Marlies S., eine ehemalige Sozialarbeiterin, deren Tod mit der kommunalen Politik gegenüber Obdachlosen in Verbindung gebracht wird. Bei der Veranstaltung wurden auch die Forderungen der Initiative "Schlafen statt Strafen" nach besserer Unterstützung laut.

Marlies S. starb, nachdem sie aufgrund örtlicher Kontrollmaßnahmen ihren gewohnten Schlafplatz verlassen musste. Aktivisten werfen der Stadt Dortmund vor, mit ihrer Obdachlosenpolitik zu Todesfällen wie diesem beigetragen zu haben. Die Initiative fordert nun dringende Änderungen, darunter mehr öffentliche Toiletten und Unterkünfte ohne Zugangsbeschränkungen.

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Die Gruppe verlangt zudem durchgehend geöffnete Wärmehallen, einen speziellen Kältebus für Obdachlose und die Abschaffung von Gesetzen, die Obdachlosigkeit bestrafen. Zwar zeigen Stadtvertreter ein größeres Problembewusstsein, doch nach Ansicht der Aktivisten fehlt es weiterhin an konkreten Maßnahmen. Die Dortmunder Polizei betont, ihr Vorgehen balanciere zwischen Kontrolle und Hilfe – Kritiker halten dies jedoch für unzureichend.

Stefan Cramer, der derzeit in einem Abstellraum schläft, hofft bald eine eigene Wohnung zu finden. Er schlägt vor, die Stadt solle mehr Wohnraum anmieten und Obdachlosen wie ihm zur Verfügung stellen. Seine Situation steht exemplarisch für die Not vieler Menschen ohne sicheres Dach über dem Kopf in Dortmund.

Der Gedenkmarsch setzt die lokalen Behörden unter Druck, ihre Politik zu überdenken. Die Initiative fordert sichere Schlafplätze, besseren Zugang zu Hygieneeinrichtungen und ein Ende von Strafen für das Schlafen im Freien. Angesichts der anhaltenden Winterbedingungen bleibt die Reaktion der Stadt weiter in der Kritik.