Glasfaserausbau in der Krise: Insolvenz von Phoenix Engineering trifft Dutzende Arbeiter
Milan SüßebierGlasfaserausbau in der Krise: Insolvenz von Phoenix Engineering trifft Dutzende Arbeiter
Phoenix Engineering, ein Auftragnehmer für den Glasfaserausbau in über 20 Gemeinden, meldet Insolvenz an
Das Kölner Amtsgericht hat am Mittwochmorgen das Insolvenzverfahren über das Unternehmen eröffnet. Dutzende Beschäftigte – viele von ihnen aus Rumänien und Griechenland – stehen nun vor plötzlichen Räumungsklagen und ausstehenden Löhnen.
Das Unternehmen, das als Generalunternehmer für das Projekt „Our Green Fiber“ fungiert, führte die finanziellen Schwierigkeiten auf steigende Zinsen und verschärfte Kreditbedingungen zurück. Trotz Fortschritten bei den Bauarbeiten – die meisten Glasfaserkabel sind bereits verlegt und einsatzbereit – erhielten die Mitarbeiter seit Wochen keinen Lohn mehr. Einige Arbeiter berichten, zwar einen Bruttostundenlohn von 14 Euro verdient zu haben, doch die Zahlungen seien komplett ausgeblieben.
In Vallendar wurden rund 30 rumänische und mehrere griechische Arbeiter ohne Vorwarnung aus ihren Unterkünften gewiesen. Vermieter hatten die Räumung eingeleitet, nachdem der Arbeitgeber die Mieten nicht mehr beglich. Mitglieder der Linken aus Koblenz sprangen ein und versorgen die Betroffenen mit Lebensmitteln sowie Unterkunftslösungen.
Der Insolvenzverwalter hat inzwischen die Auszahlung von Löhnen und Gehältern über das Insolvenzgeld bis Oktober 2025 gesichert. Die betroffenen Arbeiter bestehen jedoch darauf, weiterarbeiten zu wollen, statt auf deutsche Sozialhilfe angewiesen zu sein.
Die Insolvenz wirft das fast abgeschlossene „Our Green Fiber“-Projekt in Unsicherheit. Die Beschäftigten sehen sich akuten Wohn- und Finanzproblemen gegenüber, auch wenn das Insolvenzgeld die ausstehenden Löhne abdecken soll. Der Fall zeigt, wie wirtschaftliche Belastungen Infrastrukturvorhaben und ihre Belegschaften hart treffen können.






