Glaube unter der Nadel: Essen feiert erste ökumenische Tattoo-Woche

Milan Süßebier
Milan Süßebier
2 Min.
Eine detaillierte Zeichnung eines Kirchenaltars mit einem Kreuz darauf, verziert mit kunstvollen Ornamenten, auf einem Blatt Papier.Milan Süßebier

Glaube unter der Nadel: Essen feiert erste ökumenische Tattoo-Woche

Ein einzigartiges Ereignis findet diese Woche in Essen statt: Katholische und evangelische Gemeinden veranstalten gemeinsam die erste ökumenische "Tattoo-Aktionswoche". Unter dem Motto Nah bei Gott lassen sich Teilnehmer kostenlos christliche Tattoos stechen – eine Verbindung von Glaube und moderner Körperkunst. Die Initiative stößt auf großes Interesse: Alle 30 verfügbaren Termine waren innerhalb weniger Tage vergeben.

Organisiert wurde die Aktion von Dirk Bußler von der Essener Zukunftswerkstatt. Sein Ziel war es, einen Raum zu schaffen, in dem traditioneller Glaube und zeitgenössischer Ausdruck aufeinandertreffen. Die beteiligte Tattoo-Künstlerin Yvonne Karbach beschreibt die Erfahrung als tiefgründig – jedes Design habe für die Träger eine persönliche Bedeutung.

Zu den Teilnehmern gehört die 53-jährige Krebserkrankte Werena Siemund-Stais, die sich als Symbol ihrer Überwindung und als Zeichen der Stärke ein individuelles Tattoo stechen ließ. Auch ihr Mann entschied sich für ein Motiv, während zusätzlich jede Stunde zwei weitere Plätze verlost wurden, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden.

Einer der jüngsten Teilnehmer ist der 20-jährige Ole Fritz, der extra aus der Emsland-Region anreiste, um sich ein Kreuz auf den Unterarm stechen zu lassen. Für ihn ist der Glaube ein zentraler Bestandteil seines Familienlebens – das Tattoo wird so zu einem kraftvollen persönlichen Statement.

Die Aktion bietet 30 vorab ausgewählte Designs an, wobei für Siemund-Stais' individuelles Motiv eine Ausnahme gemacht wurde. Nach dem Stechen werden die Tattoos von Pastor Jan Vicari und Domvikar Bernd Wolharn gesegnet – eine spirituelle Komponente, die den Prozess abrundet.

Die Kampagne Nah bei Gott hat in den sozialen Medien gemischte Reaktionen ausgelöst, doch ihr Erfolg ist unübersehbar. Dass alle Termine so schnell vergeben waren, unterstreicht das wachsende Interesse daran, religiöse Tradition mit modernen Formen der Selbstinszenierung zu verbinden. Die Zusammenarbeit zwischen katholischen und evangelischen Gemeinden in Essen zeigt dabei einen ungewöhnlichen, aber wirksamen Weg auf, um Glaubensgemeinschaften anzusprechen.

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