02 February 2026, 08:54

Häusliche Gewalt 2024: 187.128 Frauen betroffen – doch Hilfe wächst an Bahnhöfen

Eine Gruppe verzweifelter Menschen sitzt in einem Zug, mit einer Frau in einem langen Kleid und Hut in der Mitte, während oben und unten Text steht "Unschuld in einem Omnibus".

Bundespolizistinnen beraten Gewaltopfer: Arzt oder Anzeige? - Häusliche Gewalt 2024: 187.128 Frauen betroffen – doch Hilfe wächst an Bahnhöfen

Häusliche Gewalt in Deutschland: 2024 stiegen die Fälle um 3,5 Prozent – 187.128 Frauen betroffen

Die Zahl der gemeldeten Fälle häuslicher Gewalt in Deutschland ist 2024 um 3,5 Prozent gestiegen, wobei 187.128 Frauen davon betroffen waren. Der Anstieg könnte sowohl auf eine tatsächliche Zunahme der Vorfälle als auch auf eine höhere Bereitschaft der Opfer zurückzuführen sein, Gewalt zu melden. Unterdessen haben zwei Beratungsstellen an großen Bahnhöfen seit ihrer Eröffnung bereits über 200 Frauen unterstützt.

Sichere Anlaufstellen an Bahnhöfen: Schutz und Hilfe für Gewaltopfer

An den Pilotstandorten Köln Hauptbahnhof und Berlin Ostbahnhof bieten zwei Beratungsstellen Betroffenen einen geschützten Raum. Im Gegensatz zu herkömmlichen Polizeivernehmungszimmern schaffen diese Einrichtungen eine vertrauensvollere Atmosphäre, in der Frauen ihre Erlebnisse schildern können. Betreut werden die Stellen ausschließlich von Polizistinnen, die speziell für die Begleitung von Gewaltopfern geschult sind. Die Mitarbeiterinnen unterstützen die Frauen bei der psychologischen Beratung, rechtlichen Schritten und der Vermittlung medizinischer Hilfe.

Ein Beispiel: Eine 15-jährige Schwangere, die von ihrem Freund geschlagen worden war, suchte Hilfe im Kölner Zentrum. Nach der Betreuung vor Ort wurde sie ins Krankenhaus gebracht, und Anzeige gegen den Täter erstattet. Opfer wie sie erhalten zudem Zugang zu Frauenhäusern oder können erreichen, dass Gewalttäter vorübergehend aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen werden.

Ungewisse Zukunft trotz Erfolg: Finanzierung nur bis 2027 gesichert

Trotz der positiven Bilanz steht die Zukunft dieser Beratungsstellen auf unsicherem Grund. Die Finanzierung ist bisher nur bis September 2027 gesichert, und Pläne für eine Ausweitung auf weitere Bahnhöfe sind noch nicht konkret. Aktuell helfen die Zentren bei häuslicher und sexualisierter Gewalt, doch ihr langfristiger Betrieb hängt von weiterer politischer Unterstützung ab.

Forderung nach Ausbau der Hilfssysteme

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Der Anstieg der gemeldeten Fälle setzt die Behörden unter Druck, die Unterstützung für Betroffene zu stärken. Zwar haben sich die Bahnhofs-Beratungsstellen als wirksam erwiesen, doch ihre Fortführung und Ausweitung hängen von künftigen Entscheidungen ab. Bis dahin bleiben sie eine entscheidende Anlaufstelle für Frauen, die in akuten Krisensituationen sofortige Hilfe suchen.