Henkel übernimmt Stahl für 2,1 Mrd. Euro und stärkt Industrieklebstoff-Sparte
Rolf-Peter ScheelHenkel übernimmt Stahl für 2,1 Mrd. Euro und stärkt Industrieklebstoff-Sparte
Henkel hat Pläne bekannt gegeben, den niederländischen Spezialchemiehersteller Stahl für 2,1 Milliarden Euro zu übernehmen. Der Deal markiert einen weiteren Schritt des Konzerns, um sein Geschäft mit Industrieklebstoffen auszubauen und die Abhängigkeit von schwächeren Konsumgütermarken zu verringern. Investoren reagierten positiv: Nach Bekanntwerden der Nachricht stiegen Henkels Aktien um etwa 1 %.
Die Übernahme von Stahl folgt auf den früheren Kauf von ATP Adhesive Systems durch Henkel, ein Schritt, der voraussichtlich 270 Millionen Euro an zusätzlichen Umsätzen für das Jahr 2025 einbringen wird. ATP ist spezialisiert auf wasserbasierte Klebebänder, die in der Automobil- und Elektronikfertigung eingesetzt werden. Zusammen werden beide Transaktionen Henkels Klebstoffsparte fast eine Milliarde Euro an zusätzlichem Jahresumsatz bescheren.
Henkel bestätigte den Stahl-Deal am 4. Februar 2026 und bewertete die niederländische Beschichtungsgruppe dabei auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen hat deutlich gemacht, dass die Stärkung des industriellen Geschäfts mit höheren Margen eine zentrale Priorität darstellt. Dieser Strategiewechsel erfolgt vor dem Hintergrund von Herausforderungen im Konsumgüterbereich, wo das Wachstum nachlässt.
Seit 2023 haben die beiden Übernahmen Henkels Position in den Bereichen Industrieklebstoffe und Spezialchemikalien deutlich gestärkt. Stahl bringt dabei insbesondere Expertise in Beschichtungen für Branchen wie Mode, Automobilbau und Bauwesen mit. Analysten erwarten, dass die kombinierten Geschäfte die Rentabilität der Sparte Adhesive Technologies bei Henkel steigern werden.
Mit den nun abgeschlossenen Stahl- und ATP-Deals wird die Klebstoffsparte von Henkel voraussichtlich um fast eine Milliarde Euro im Jahresumsatz wachsen. Die Fokussierung des Unternehmens auf Industriemärkte spiegelt eine übergeordnete Strategie wider, stabilere Einnahmequellen zu erschließen. Aktionäre haben bereits Vertrauen signalisiert – mit einem zwar kleinen, aber unmittelbaren Anstieg des Aktienkurses.
