10 May 2026, 14:32

Historischer Kartellprozess: Edelstahl-Hersteller wegen jahrelanger Preisabsprachen vor Gericht

Deutsches Aktienzertifikat mit der Aufschrift "Louis Spohr - Zweites Deutsches Lieder" und einem roten Rand und weißem Hintergrund.

Stahllegierungen: Gab es Absprachen zwischen Herstellern? - Historischer Kartellprozess: Edelstahl-Hersteller wegen jahrelanger Preisabsprachen vor Gericht

Ein großer Preisabsprache-Prozess gegen Hersteller von Edelstahl beginnt in dieser Woche in Düsseldorf. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen Vorwürfe, dass Unternehmen über ein Jahrzehnt hinweg heimlich Preise abgestimmt haben. Die Verhandlung startet am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht.

Die Ermittlungen, bekannt als das „Edelstahl-Verfahren“, begannen im November 2015, nachdem Kartellbehörden mehrere Firmen durchsucht hatten. Ein Kronzeugenantrag löste die Untersuchungen aus und brachte mutmaßliche Absprachen zwischen zehn Unternehmen und zwei Branchenverbänden ans Licht.

Zwischen Ende 2002 und Anfang 2016 sollen zwei Firmen und deren Führungskräfte mit Konkurrenten zentrale Preiskomponenten abgestimmt haben. Das Bundeskartellamt verhängte daraufhin in den Jahren 2018 und 2021 Bußgelder in Höhe von insgesamt 355 Millionen Euro. Die meisten der betroffenen Unternehmen und Personen akzeptierten die Entscheidungen, doch zwei Firmen und ein Manager legten Widerspruch ein.

Der Prozess wird voraussichtlich bis mindestens Ende Januar dauern; bereits sind 17 weitere Verhandlungstermine angesetzt. Das Gericht wird prüfen, ob die Angeklagten über einen Zeitraum von 14 Jahren illegal Preise für den Verkauf von Edelstahl manipuliert haben.

Das Urteil könnte die früheren Strafen bestätigen oder aufheben. Falls das Gericht die Sanktionen aufrechterhält, müssen die beiden Unternehmen und ihr Manager mit finanziellen Konsequenzen rechnen. Der Fall könnte zudem Präzedenzwirkung für künftige Kartellermittlungen in der Stahlbranche haben.

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