Historischer Tiefstand: Immer weniger Auszubildende in NRW bestehen ihre Prüfungen
Iwona RoggeAnzahl der erfolgreichen Ausbildungsabschlüsse erreicht neuen Tiefstand - Historischer Tiefstand: Immer weniger Auszubildende in NRW bestehen ihre Prüfungen
In Nordrhein-Westfalen haben 2023 weniger Auszubildende ihre Abschlussprüfungen abgelegt als je seit Beginn der Aufzeichnungen. Nur 85.800 Personen schlossen ihre Ausbildung erfolgreich ab – ein Rückgang um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Trend ist Teil eines größeren Problems, das mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Ausbildungsverträge zusammenhängt.
Die Zahl der Abschlussprüfungen im Jahr 2023 markiert den niedrigsten Stand seit 1976. Noch 2014 hatten über 108.100 Auszubildende ihre Lehre abgeschlossen, doch seitdem sinken die Zahlen kontinuierlich. Behörden führen den Rückgang vor allem auf den deutlichen Einbruch bei neuen Ausbildungsverträgen während der Pandemie zurück.
Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge in der Region erreichte 2021 mit etwa 114.000 noch einen Höchststand. Bis 2025 war sie jedoch auf rund 98.000 gesunken, wie aus Daten der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Die durch COVID-19 verursachten Störungen wirken sich weiterhin auf die Ausbildungszahlen aus.
Trotz des Rückgangs der Teilnehmerzahl blieb die Bestehensquote mit 88 Prozent stabil und entspricht damit den Vorjahren. 2024 verzeichnete jedoch einen Rekordwert: Über 37.100 Auszubildende brachen ihre Lehre ab oder wechselten den Betrieb – die höchste Zahl seit einem Jahrzehnt.
Der Rückgang bei den abgeschlossenen Prüfungen spiegelt die anhaltenden Herausforderungen in der beruflichen Ausbildung seit der Pandemie wider. Da weniger neue Verträge unterzeichnet werden und mehr Auszubildende vorzeitig aufgeben, gerät das System unter Druck. Die Ausbildungsbranche in der Region muss nun Wege finden, um diese Entwicklungen zu bewältigen und die Teilnahme zu stabilisieren.






