25 March 2026, 10:29

Holzingers provokante Oper Sancta polarisiert erneut an der Stuttgarter Staatsoper

Plakat für das Théâtre de l'Opéra in Paris mit einer Frau in einem weißen Kleid mit einem blauen Schal, ihr Haar zu einem Dutt gebunden, vor einem tiefblauen Hintergrund mit Sternen und schwarzer Schrift, die 'Theater der Oper' lautet.

Holzingers provokante Oper Sancta polarisiert erneut an der Stuttgarter Staatsoper

Florentina Holzingers umstrittene Oper Sancta kehrt im Herbst an die Staatsoper Stuttgart zurück

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Die Inszenierung, die heftige Debatten über religiöse und Geschlechterthemen auslöste, wird im Oktober und November fünfmal aufgeführt.

Für die Vorstellungen im Oktober sind noch Karten erhältlich, doch die November-Termine sind bereits ausverkauft.

Die Wurzeln der Oper reichen bis zu Paul Hindemiths Sancta Susanna zurück, ein Werk, das 1921 wegen angeblicher Gotteslästerung verboten wurde. Holzingers moderne Neuinterpretation hat ähnliche Kontroversen entfacht – mit medialer Aufmerksamkeit, Gewaltandrohungen und Hasskampagnen gegen das künstlerische Team. Trotz Warnungen vor dem provokanten Inhalt führte die Premiere zu 18 medizinischen Notfällen im Theater.

Dirigentin Marit Strindlund, auf Einladung von Stuttgarts Opernintendant Viktor Schoner, leitet die Produktion. Sie hatte Holzingers mutigen Ansatz bereits in Ophelia's Got Talent bewundert und nahm die Herausforderung von Sanctas unkonventionellem Stil an. Strindlund beschreibt das Werk als inklusiv – eine Mischung aus Kritik, Unterhaltung und Debatte –, räumt aber ein, dass die visuellen und methodischen Elemente anspruchsvoll sind.

Im Mittelpunkt der Oper steht die Rückeroberung des Platzes von Frauen in der christlichen Geschichte, ein Thema, das das Publikum spaltet. Schoner verteidigt die Produktion und argumentiert, dass provokative Kunst notwendig sei, um künstlerische Grenzen zu sprengen und die Gesellschaft zu bewegen. Die Aufführungen finden am 3., 4. und 5. Oktober sowie am 1. und 2. November statt.

Die Wiederbelebung von Sancta hat bereits starke Reaktionen hervorgerufen – ein Echo auf den Skandal um den Vorgänger von 1921. Mit nur noch wenigen verfügbaren Karten für Oktober sorgt die Rückkehr der Oper für anhaltende Diskussionen über Kunst, Religion und Geschlecht. Die Stuttgarter Oper steht hinter ihrer Entscheidung, das Werk auf die Bühne zu bringen, und sieht darin eine notwendige Provokation in der zeitgenössischen Kultur.

Quelle