07 June 2026, 10:30

Indischer Stahlriese Jindal Steel will Thyssenkrupp-Stahlsparte übernehmen

Angebot aus Indien für Thyssenkrupp Steel

Indischer Stahlriese Jindal Steel will Thyssenkrupp-Stahlsparte übernehmen

Der indische Stahlkonzern Jindal Steel hat ein Angebot für die Übernahme der europäischen Stahlsparte von Thyssenkrupp abgegeben. Das unverbindliche Gebot zielt darauf ab, das deutsche Unternehmen zum größten integrierten und klimafreundlichen Stahlproduzenten des Kontinents auszubauen. Sollte der Deal gelingen, würde dies einen bedeutenden Wandel in der europäischen Stahlindustrie einläuten.

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Ursprünglich hatte Thyssenkrupp geplant, ein Joint Venture mit dem tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky einzugehen. In diesem Rahmen behielten beide Seiten das Recht, den Verkauf eines 20-Prozent-Anteils rückgängig zu machen. Jetzt bietet Jindal Steels Vorschlag eine alternative Zukunftsperspektive für die Sparte.

Das indische Unternehmen, das neben Indien auch in Afrika und Australien tätig ist, verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 12 Milliarden Euro. Die operative Gewinnmarge lag bei 22 Prozent – ein Zeichen für eine starke finanzielle Performance. Unterdessen erzielte die Stahlsparte von Thyssenkrupp im Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro bei einem bereinigten operativen Ergebnis von 261 Millionen Euro.

Jindal Steel hat sich verpflichtet, im Rahmen des Deals mehr als 2 Milliarden Euro zusätzlich zu investieren. Dazu gehört auch die Fertigstellung eines Direktreduktionswerks (DRI) in Duisburg – ein zentraler Schritt zur Modernisierung der Produktion. Das Angebot wird nun vom Thyssenkrupp-Aufsichtsrat geprüft, der die wirtschaftliche Tragweite, die Pläne für eine grüne Transformation sowie die Arbeitsplatzgarantien bewerten wird.

Der Vorstand von Thyssenkrupp muss nun abwägen, ob er dem Angebot von Jindal Steel den Vorzug vor den bestehenden Joint-Venture-Plänen gibt. Die Entscheidung wird die Zukunft eines der größten europäischen Stahlhersteller prägen. Bei einer Zustimmung könnte der Deal erhebliche Investitionen und eine stärkere Ausrichtung auf nachhaltige Produktion mit sich bringen.

Quelle