IW-Chef warnt: SPD-Pläne zur Erbschaftsteuer gefährden Familienbetriebe und Wirtschaftswachstum
Rolf-Peter ScheelIW-Chef warnt: SPD-Pläne zur Erbschaftsteuer gefährden Familienbetriebe und Wirtschaftswachstum
Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), hat die jüngsten Pläne der SPD zur Erbschaftsteuer scharf kritisiert. Seine Warnungen gelten vor allem den möglichen negativen Folgen für mittelständische Familienunternehmen und die Gesamtwirtschaft. Hüther forderte zudem umfassende Steuerreformen, um das Wachstum zu fördern und zu verhindern, dass Unternehmen Deutschland den Rücken kehren.
Hüther argumentierte, dass der SPD-Vorschlag, eine Freigrenze von fünf Millionen Euro für UnternehmensErben festzulegen, Familienbetriebe stark belasten würde. Viele mittelgroße Unternehmen müssten demnach mit deutlichen Steuererhöhungen rechnen, so der Ökonom. Er betonte, dass ein solcher Schritt die Attraktivität Deutschlands als Wirtschaftsstandort weiter schwächen könnte.
Über die Erbschaftsteuer hinaus drängte Hüther die Bundesregierung, schnell bei der Unternehmensbesteuerung zu handeln. Er empfahl, die Körperschaftsteuer noch vor 2028 zu senken und den Solidaritätszuschlag abzuschaffen. Diese Maßnahmen würden, so Hüther, die finanzielle Belastung der Unternehmen verringern und Investitionen anregen. Der Wirtschaftsexperte äußerte zudem grundsätzliche Bedenken zur wirtschaftlichen Entwicklung: Zwar prognostiziere er für Deutschland 2023 ein Wachstum von einem Prozent, doch die Steuerpläne der SPD könnten die Abwanderung von Unternehmen und Arbeitsplätzen beschleunigen. Stattdessen plädierte er für weitreichende Steuersenkungen, die allen Steuerzahlern – und nicht nur einzelnen Gruppen – zugutekommen.
Hüthers Kritik unterstreicht die Risiken, die die SPD-Pläne zur Erbschaftsteuerreform für Familienbetriebe und die wirtschaftliche Stabilität bergen. Seine Vorschläge zur Senkung der Unternehmenssteuern und zur Abschaffung des Soli zielen darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Nun wird sich zeigen, ob die Regierung diese Empfehlungen noch vor 2028 umsetzt.
