20 February 2026, 07:13

Jan Böhmermann gewinnt Prozess gegen Fake-Profil auf X – doch der Kampf geht weiter

Ein Plakat mit fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, das "Es ist Zeit, Social-Media-Plattformen zur Rechenschaft zu ziehen" sagt, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand.

Jan Böhmermann gewinnt Prozess gegen Fake-Profil auf X – doch der Kampf geht weiter

Ein deutsches Gericht hat Jan Böhmermann dazu verpflichtet, ein Fake-Profil zu sperren, das den Satiriker nachahmte. Das Konto, das seinen Namen und sein Bild nutzte, stand im Verdacht, Hass zu verbreiten und rechtsextreme Nutzer gegen ihn aufzustacheln. Das Urteil markiert einen wichtigen Schritt in Böhmermanns rechtlichem Kampf gegen Desinformation auf der Plattform.

Das gefälschte Profil mit dem Namen "Jan Boehmermann (Parodie) ZDF Neo Royale" hatte das Profilbild des Komikers kopiert und wiederholt Inhalte veröffentlicht, die gezielt Hass schüren sollten. Böhmermanns Anwälte warfen den Posts vor, gezielt rechtsextreme Anhänger auf X provozieren zu wollen. Das Landgericht Köln erließ eine einstweilige Verfügung und zwang X damit, das betrügerische Profil zu löschen.

Böhmermanns Rechtsvertreter gehen nun weiter in die Offensive. Sie kündigten an, X auf Herausgabe von Informationen über Gewinne zu verklagen, die das Unternehmen mit Fake-Accounts und Desinformation in Verbindung mit seinem Namen erzielt hat. Die Kanzlei Jun schätzt, dass X durch solche Inhalte – darunter auch Profile, die fälschlich Prominente darstellen – bereits über 100 Millionen Euro eingenommen hat.

X behält sich vor, gegen die Gerichtsentscheidung vorzugehen. Böhmermanns Team betont indes, es gehe darum, die Plattform für die Profitierung mit irreführenden und schädlichen Inhalten zur Verantwortung zu ziehen.

Die einstweilige Verfügung verhindert zwar, dass X das Fake-Profil weiter hostet, doch der Rechtsstreit geht weiter. Böhmermanns Anwälte fordern Transparenz über die Einnahmen von X durch Desinformation. Sollte die Klage erfolgreich sein, könnte der Fall ein Präzedenzfall dafür werden, wie Plattformen künftig mit Identitätsdiebstahl und Hassrede umgehen müssen.

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