Kemptens OB-Kandidaten im satirischen Fadenkreuz – wer kann den "Hausdrachen" stürzen?
Milan SüßebierKemptens OB-Kandidaten im satirischen Fadenkreuz – wer kann den "Hausdrachen" stürzen?
Satirische Bühnenparodie nimmt Kemptener Oberbürgermeister-Kandidaten aufs Korn
Eine satirische Bühnenparodie hat die Bewerber um das Amt des Oberbürgermeisters in Kempten auf die Schippe genommen. Die Aufführung persiflierte die Alternativen zum amtierenden Bürgermeister, der mit Unterstützung der Freien Demokratischen Partei (FDP) eine dritte Amtszeit anstrebt. Das Publikum lachte über die zugespitzte Darstellung der vermeintlichen Schwächen und Eigenheiten der Herausforderer.
Eröffnet wurde der Sketch von Arzt Spitzer, der als Hausarzt auftrat und scherzhaft erklärte, in seiner Praxis keine Patienten mit Durchfall behandeln zu wollen. Später riss er einen Witz über Parkgebühren in Kempten, zog die Hosenbeine hoch und enthüllte unpassende Socken – was ihm begeisterten Applaus einbrachte.
Franz-Josef Natterer-Babych wurde als eitel dargestellt, der sich ständig im Spiegel bewunderte. Katharina Schrader mimte eine tollpatschige Frau Holle, die Papierherzen über die Bühne verstreute. Dominik Tartler hingegen wurde als zu jung und unerfahren für das Amt abgetan.
Auf der Bühne tauchte auch die Figur "DonQuiSchoche" auf, die gegen den Einfluss der CSU in der Stadt kämpfte. Eine fiktive "Hexe Mechthilde" warnte, ein Bürgermeisteramt sei kein Andenken. Am Ende blieb beim Publikum die Frage, ob Kandidaten wie "Rechenstab" Eigstler oder "Hai" Wilhelm den Amtsinhaber – Spitzname "Hausdrache" Indra Baier-Müller – wirklich ersetzen könnten.
Die FDP hat sich öffentlich hinter die Wiederwahl des amtierenden Bürgermeisters gestellt und verleiht seiner Kampagne damit politisches Gewicht.
Die satirische Abrechnung mit dem Oberbürgermeister-Wahlkampf spiegelte die wahrgenommenen Defizite der Herausforderer wider. Mit der FDP im Rücken gilt der Amtsinhaber weiterhin als klarer Favorit für die anstehende Wahl. Die humorvolle, wenn auch überzeichnete Darstellung der Kandidaten hinterlässt bei den Wählern einen bleibenden – wenn auch verzerrten – Eindruck.
