Kerpen kehrt nach massiver Kritik zum traditionellen Weihnachtsmarkt zurück
Rolf-Peter ScheelKerpen kehrt nach massiver Kritik zum traditionellen Weihnachtsmarkt zurück
"Weihnachtsmarkt" in "Genussmarkt" umbenannt: Debatte entfacht – Kehrtwende folgt
Nach der Ankündigung, den Weihnachtsmarkt in "Genussmarkt" umzubenennen, entbrannte eine Diskussion. Die Stadt Kerpen nahm dazu Stellung.
Ein Beschluss, den traditionsreichen Weihnachtsmarkt in Kerpen umzubenennen, hat für weitreichende Kontroversen gesorgt. Die seit langem etablierte Veranstaltung, die für viele ein fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit ist, sollte künftig als Genussmarkt firmieren – eine Entscheidung, die bei Anwohnern und Nutzern sozialer Medien auf Empörung stieß. Kritiker warfen den Verantwortlichen vor, mit der Umbenennung eine geliebte Weihnachtstradition zu gefährden.
Die Organisatoren, die Aktionsgemeinschaft (AGK) der Kolpingstadt Kerpen, hatten den klassischen Weihnachtsmarkt zunächst aufgrund stark gestiegener Kosten abgesagt. Stattdessen sollte ein Genussmarkt mit Fokus auf kulinarische Angebote und Getränke veranstaltet werden. Diese Neuausrichtung löste umgehend eine Welle der Kritik aus: Über 2.000 Kommentare überschwemmten die sozialen Medien.
Viele warfen der AGK vor, die Tradition zu verraten, und befürchteten, dass solche Änderungen langfristig das Ende klassischer Weihnachtsmärkte einläuten könnten. Andere hingegen hielten die Aufregung für übertrieben und betonten, dass ein Name allein nicht den Charakter einer Veranstaltung bestimme. Die Stadt Kerpen griff schließlich ein und stellte klar, dass die Umbenennung keine Lockerung der geltenden Vorschriften mit sich bringe.
Angesichts des wachsenden Drucks lenkten die Organisatoren ein. Sie beantragten offiziell die Ausrichtung eines traditionellen Weihnachtsmarkts und signalisierten damit die Rückkehr zum bewährten Format.
Die Debatte um den Namen des Kerpener Marktes hat nun konkrete Folgen: Nach wochenlanger öffentlicher Kritik kehren die Verantwortlichen zum Weihnachtsmarkt zurück. Zwar wurde die Idee eines Genussmarkts vorerst ad acta gelegt, doch der Vorfall zeigt, wie schwierig es ist, zwischen Tradition und wirtschaftlichen Zwängen einen Ausgleich zu finden.
